In einer spannenden, auf hohem Niveau stehenden Auseinandersetzung hat der ersatzgeschwächte FC Coburg der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach ein 2:2-Unentschieden abgetrotzt, versäumte es jedoch im Kampf um den Klassenerhalt einen Befreiungsschlag zu landen. Die Einstellung, die Moral und die körperliche Verfassung waren absolut intakt. Einige Mankos zeichneten sich allerdings dafür verantwortlich, dass es gegen die robusten, taktisch gut eingestellten und wieselflinken Unterfranken nicht zum erhofften Dreierpack reichte.

Nach der frühen 1:0-Führung wurden mehrere glasklare Chancen vergeben. Dies rächte sich kurz vor der Pause in Form des 1:1-Ausgleichs. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich zunächst ein zweikampfbetontes Geschehen, in dem beide Seiten keinen Meter Boden preisgaben. Als die Gäste nach einer unübersichtlichen Aktion zum 1:2 einlochten, nahm die Partie postwendend wieder Fahrt auf.

Die Vestekicker rannten mit Power an, fanden aber vornehmlich mit langen Bällen in die Box kein Mittel, um die kompakte, kopfballstarke und stellungssichere gegnerische Defensive auszuhebeln.

Die Willenskraft der jungen Garde von Coach Lars Müller wurde dennoch mit dem 2:2-Ausgleich belohnt, als sie über die Außenbahnen Druck aufbaute. Im Finish drängte der FCC mit offenem Visier auf die Entscheidung. Dabei handelte er sich zwei gelbrote Karten für Eric Heinze und Gökhan Sener ein, brachte das Remis aber aufopferungsvoll über die Zeit.

Landesliga Nordwest

FC Coburg - DJK Schwebenried/S. 2:2 (1:1)

Ohne Abtasten ging es bereits in der Anfangsphase vehement zur Sache. Die Hausherren vergaben zwei Kopfballmöglichkeiten durch Eric Heinze und Sertan Sener, auf der Gegenseite wurde der einschussbereite Kevin Markert mit vereinten Kräften abgeblockt, Maximilian Weinreich musste einmal auf der Torlinie retten, und Keeper Oleksandr Churilov bewahrte seine Farben gegen den durchgebrochenen Jannik Göller durch geschicktes Verkürzen des Winkels vor Unheil. Coburg besaß mehr Spielanteile und hatte die Führung auf dem Fuß. Tevin McCullough scheiterte aus kurzer Distanz an Torwart Leon Hartmann, der nachsetzende Davide Dilauro hatte Pech mit einem Pfostenkracher: Die Überlegenheit dauerte an und wurde belohnt. Nach einer nur unzureichend abgewehrten Heinze-Ecke zog Marlon Schad (21.) aus fast 30 Metern volley ab. Sein Kunstschuss schlug unhaltbar zum 1:0 im linken Winkel ein. Die kalte 1:1-Dusche verdeutlichte die Effizienz der Gäste-Elf. Von Göller bedient vollendete Kapitän Julian Hart (42.) vom Fünf-Meter-Raum eiskalt.

Es kam noch schlimmer. Nach einem Pressschlag vor dem Gehäuse der Hausherren landete das Leder im Lauf von Pascal Stürmer (64.), der von der Strafraumgrenze einen Scharfschuss flach zum 1:2 vollendete. Churilov vereitelte anschließend Schlimmeres, als er im Eins-zu-Eins-Duell gegen Göller bravourös klärte.

Der befürchtete psychologische Knick blieb aus. Mit Leidenschaft und Emotionen rissen die Müller-Schützlinge das Ruder herum. Nach präziser Vorarbeit von Schad köpfte Dilauro (85.) zum erlösenden 2:2 ein. Der am Ende mögliche Dreierpack blieb dem FCC verwehrt, weil es McCullough in der 90. Minute allein vor Torhüter Hartmann an Kaltschnäuzigkeit fehlte.

Stimmen zum Spiel

"Mit einen Punkt gegen diesen brandgefährlichen Konkurrenten bin ich zufrieden, auch wenn Tevin McCullough das i-Tüpfelchen hätte setzen können. Wir haben nach unserer 1:4-Niederlage in Röllbach die richtige Antwort gegeben", lautete das Resümee von FCC-Trainer Lars Müller. Sein Gegenüber Dominik Schönhöfer bescheinigte beiden Teams ein gutes Spiel mit einem gerechten Ausgang. FC Coburg: Churilov - Weinreich, G. Sener, Kolb, Dilauro, Heinze, Carl, Guhling, Schad, McCullough, S. Sener / DJK/Schwebenried/Schwemmelsbach: Hartmann - Jazec, Zöller (ab 86. Brauner), Göller, Behr, Müller (ab 56. Kummer), Stürmer, Markert (ab 56. Deibl), Hart (ab 87. Ziegler), Wehner, Lichtlein / Schiedsrichter: Peter Dotzel (Gerolzhofen) / Zuschauer: 110 / Tore: 1:0 Heinze (21.), 1:1 Hart (42.), 1:2 Stürmer (64.), 2:2 Dilauro (85.) / Gelb-Rot: Heinze (88. wegen Meckerns), G. Sener (90./wegen wiederholtem Foulspiels).