Mit seinen typischen schrillen Rufen saust er zurzeit um unsere Häuser. Seit Mai ist der Mauersegler wieder im Coburger Land zu beobachten. Als Gebäudebrüter nutzt der wendige Flieger kleine Nischen und Schlupflöcher in Fassaden oder unter Dächern von mehrstöckigen Gebäuden. Werden diese Gebäude jedoch saniert, gehen meist auch die Nistplätze verloren, und die Mauersegler werden obdachlos, ohne dass die Bauherren davon etwas mitbekommen.

Abhilfe gegen die Wohnungsnot können künstliche Nisthilfen schaffen. Besonders für Mauersegler gibt es spezielle Kästen, welche meist direkt unter das Dach installiert werden können. Dies ist jedoch wegen der Höhe nicht immer ein leichtes Unterfangen - wie man beim Haus von Christine Bonas aus Neustadt bei Coburg sieht, wo der Landesbund für Vogelschutz (LBV) vor zwei Jahren einen Mauerseglerkasten unter dem Dach angebracht hat. "In etwa sieben Metern Höhe und nur mit einer Leiter keine ungefährliche Aufgabe!", so berichtet die naturbegeisterte Hausherrin von der Aktion des gemeinnützigen Naturschutzvereins, als dessen langjähriger Ehrenamtlicher Freimut Brückner auf die lange Leiter stieg. Doch alles ging gut, und der Kasten wurde sicher aufgehängt. Kurz darauf wurde dieser von einem Mauersegler-Pärchen entdeckt und prompt bezogen, woraufhin Christine Bonas entschied, an der gleichen Fassade in Eigenregie noch weitere Mauerseglerkästen anzubringen.

Die Organisation und die Installation der Kästen sind von der Hausherrin selbst übernommen worden. Die Schreinerei Uebelhack hat im Auftrag vom LBV die Nistkästen angefertigt und diese dankenswerterweise sogar gespendet. Insgesamt wurden so zehn weitere Mauerseglerkästen mithilfe eines Hochladers unter dem Dach des Gebäudes installiert.

Die neuen hölzernen Wohnungen an der roten Ziegelmauer mussten nicht lange auf ihre tierischen Bewohner warten: Nach nur ein paar Monaten sind jetzt fast alle Nistkästen vom Mauersegler bezogen worden, teilt der Landesbund für Vogelschutz mit. "Dies zeigt deutlich, wie sehr die Gebäudebrüter auch bei uns im ländlichen Gebiet in der Not sind", sagt Marlene Klisa, Biologin beim LBV Coburg. Normalerweise könne es Jahre dauern, bis künstliche Nisthilfen angenommen werden.

"Deswegen können wir jeden Hausherrn nur immer wieder bitten, auch an seinem Haus Nistmöglichkeiten zu schaffen. Für uns Menschen bedeutet es meistens nur ein paar Handgriffe - für die gefährdeten Vögel kann es das Überleben bedeuten beziehungsweise auch bald das Aussterben." red