Nicht einigen konnten sich bekanntlich die Reckendorfer auf eine einvernehmliche Lösung der Ortsumgehung der B 279 - als kleine Lösung des Problems sollen nun verkehrsberuhigende Maßnahmen entlang der Hauptstraße her. Hierzu stellte Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) in der Gemeinderatssitzung einen Maßnahmenkatalog vor.
So sind Kreisverkehre an den nördlichen und südlichen Ortseingängen angedacht, die Gehwege sollen verbreitert und, falls notwendig, abgesenkt werden, Querungshilfen für Fußgänger zum Beispiel am Geracher Weg installiert werden und Fahrradwege auf beiden Seiten der Fahrbahn zumindest für eine optische Verengung und damit Geschwindigkeitsreduzierung sorgen. Dazu soll auf der Hauptstraße eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h den Verkehr beruhigen und Flüsterasphalt die Geräuschkulisse dämmen. Hubert Steppert (UBFW) sah dieses Maßnahmenbündel als praxisfremd an. Der Bürgermeister hingegen betonte, dass es sich hierbei zunächst nur um eine Diskusssionsgrundlage handele. Im Zusammenwirken mit dem Straßenbauamt soll nun geprüft werden, was umsetzbar ist. Diesem Plan stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.


Keine "Schlauchbrücken"

Rückgängig gemacht wurde hingegen der Beschluss des Bau- und Umweltausschusses Reckendorf zur Anbringung von Querverbauungen (Schlauchbrücken) in der Friedensstraße als geschwindigkeitsreduzierende Maßnahme. Die Gründe dafür waren die kurze Haltbarkeit dieser "Schlauchbrücken", eine Gefahr für den Zweiradverkehr, eine Verschlechterung der Optik und eine zusätzliche Lärmquelle. So nahm der Gemeinderat mit 12 : 2 Stimmen Abstand von dieser Maßnahme.
Neues berichtete der Bürgermeister vom ehemaligen Caritas-Kindergarten, den die Arbeiterwohlfahrt vor knapp einem Jahr zum Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge umbaute und das wegen des stark nachlassenden Flüchtlingsstroms seitdem leer steht. Nun soll der alte Kindergarten für die Schülerbetreuung genutzt werden. Derzeit sind die Plätze in der "Kinderinsel" vorhanden, die allerdings an ihre Kapazitäten stößt.
Wenn die Schülerbetreuung im Caritas-Kindergarten eingerichtet werden könnte, wäre in der Kinderinsel wiederum Platz für die dringend notwendigen zwölf Kinderkrippenplätze. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) erklärte sich bereits einverstanden für diese Umnutzung zu den bisherigen Konditionen, da es sich auch weiterhin um eine Jugendeinrichtung handele. Noch nicht geklärt sei, so Bürgermeister Deinlein, wer die Trägerschaft über die Schülerbetreuung übernehme, Awo und die Johanniter ständen beide zur Verfügung.


Ladesäulen auf Eis gelegt

In seinem Kurzbericht informierte der Bürgermeister auch über den Stand der zwei in Reckendorf vorgesehenen Ladesäulen für Elektromobile. Da das Bundesverkehrsministerium zum 1. März eine Förderung von 40 Prozent in Aussicht gestellt habe, will man dieses Projekt bis zum diesem Zeitpunkt noch auf Eis legen.
Positiv bewertete Deinlein das Ergebniss der ersten ILEG-Versammlung in Baunach, wo Reckendorf stark vertreten war. Das Ideenportal sei nun freigeschaltet, sodass sich jedermann nun mit Anregungen und Wünschen online beteiligen kann.
Unter "Sonstiges" regte Falko Badura (SPD) an, in der Geracher Straße im innerörtlichen Bereich als verkehrsberuhigende Maßnahme "rechts vor links" einzuführen. In einer Verkehrsschau soll diese Möglichkeit nun überprüft werden, der Gemeinderat schloss sich mit 13 : 1 Stimmen an. Einstimmig befürwortete der Gemeinderat den Zuschussantrag des katholischen Pfarramtes St. Nikolaus für die Erweiterung der Bücherei mit neuen Medien. In diesem Jahr sollen 500 Euro zur Verfügung gestellt werden.