Unter dem Motto "Über raue Felsen in sanfter Natur" stand die Herbst-Familienwallfahrt der katholischen Pfarrgemeinde Altenkunstadt. Die Resonanz war groß.

Bei fast sommerlichen Temperaturen marschierten Kinder, Jugendliche und Erwachsene von der Weihersmühle mit ihrem alten Wasserrad am malerischen Bachbett der Weismain entlang. Fasziniert bestaunten sie die massiven Felsformationen, die nach Mitteilung von Förster Ludwig Winkler höchste Anforderungen an Kletterer stellen und europaweit bekannt sind.

Nächste Station war die Waßmannsmühle, wo in früheren Zeiten nicht nur Getreide gemahlen, sondern auch Papier hergestellt wurde. Auf dem Weg in Richtung Wohnsig "begegneten" den Wallfahrern erneut imposante Felsengebilde, darunter die sogenannte Geiskirche. Der herrliche Blick auf die Wallersberger Kirche und das Kleinziegenfelder Tal entschädigte für die Strapazen des Aufstiegs. Nach einer kurzen Rast führte Winkler die Ausflügler am Wald entlang Richtung Weiden. Dabei erfuhren die Teilnehmer Interessantes über die Waldwirtschaft und die Folgen des zu trockenen Sommers für den Bestand und den Schädlingsbefall.

In der Kirche Sankt Andreas in Weiden feierten die Pilger mit Pastoralreferentin Birgit Janson eine Andacht. In Verbindung mit einer Meditation setzte sich die Geistliche mit der Gottesvorstellung vieler Menschen auseinander. "Angesichts von Leid und Ungerechtigkeit fordern wir öfters eher einen rauen und harten Gott als einen sanften und zärtlichen", erklärte sie. Winkler informierte über die Geschichte der traditionsreichen Kirche, deren Ursprung in das 14. Jahrhundert zurückreicht. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) sei das Gotteshaus durch ein Feuer komplett zerstört und danach von den Weidener Bürgern neu errichtet worden. "In den folgenden Jahrhunderten wurde die Sankt-Andreas-Kirche mehrmals umgebaut. Die letzte Renovierung erfolgte vor sieben Jahren", erläuterte der Förster.

Danach hieß es, Abschied nehmen von Weiden und der Jurahöhe. Auf einem idyllischen Talweg stiegen die Pilger zur Weihersmühle hinab. In der Gaststätte ließen sie die Familienwallfahrt bei einem Abendessen in gemütlicher Runde ausklingen. "Und wohin gehen wir das nächste Mal?", wollten viele wissen. Für Pastoralreferentin Birgit Janson ein sicheres Zeichen, dass die Pilgertour gefallen hat. Bernd Kleinert