Einblicke in zukunftsträchtige Investitionen konnten sich am vergangenen Freitag die neue gewählten Mitglieder des Marktrodacher Marktgemeinderats verschaffen. Erster Bürgermeister Norbert Gräbner hatte das neu gewählte Gremium zu einer Klausurtagung in die Rodachtalhalle geladen. Motto der Veranstaltung war "Marktrodach schafft Zukunft".

Ziel des Gremiums soll es sein, die Projekte, die in der vorherigen Legislaturperiode angestoßen wurden, in den nächsten zwei bis drei Jahren "konstant und fokussiert umzusetzen", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Hintergrund ist auch, dass die Förderkulissen zum Teil Ende des Jahres 2022 ablaufen.

Aufgrund der Corona-Pandemie verzichtete man zu Beginn der Amtszeit des Marktgemeinderates auf eine ganztägige Klausurtagung. "Die Themen und Inhalte hätten es jedoch hergegeben", so Gräbner. So fokussierte man sich auf das Wesentliche. Die einzelnen Projekte, die bereits angestoßen wurden, wurden vorgestellt und erläutert.

Förderoffensive

Ein Glücksgriff für Marktrodach ist die Förderoffensive Nordostbayern, die vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde. Die Förderquote beträgt hier bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Mittel werden vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellt. Ziel der Offensive ist es unter anderem durch gemeindliche Maßnahmen innerörtliche Leerstände zu beseitigen und damit die Ortskerne wieder aufzuwerten. Das ist für die Gemeinde deshalb interessant, weil sie im Besitz von drei Anwesen ist, die ohne dieses Förderung niemals in dieser Art und Weise saniert oder aufgewertet hätten werden können. Es handelt sich zum einen um die Anwesen Hauptstraße 39 und 29 sowie um die Friedhofstraße 3.

Wohnen in der Dorfmitte

Das denkmalgeschützte Haus aus dem Jahre 1825 wurde dem Markt Marktrodach 2015 überlassen und wird seit 2019 mit Hilfe von Zuschüssen aus der Förderoffensive Nordostbayern (kurz: FONOB) saniert. Für das Anwesen in der Hauptstraße wurde 2017 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, in der die Sanierung und der Ausbau von Wohnungen ausgelotet wurden. Die Studie wurde 2018 vorgestellt und in Rücksprache mit der Regierung von Oberfranken, welche für die Förderung zuständig ist, entschieden, zwei Wohnungen mit ca. 70 bzw. 90 Quadratmetern zu schaffen und den Keller und Dachboden ebenfalls nutzbar zu sanieren.

Der von der Gemeinde gestellte Förderantrag wurde laut Pressemitteilung von der Regierung von Oberfranken bewilligt, die Sanierung konnte daraufhin Anfang 2019 beginnen. Die Baukosten werden am Ende bei ca. 820 000 Euro liegen, wobei der Markt Marktrodach eine Zuwendung in Höhe von 605 000 Euro erhalten wird. Wenn die Fertigstellung absehbar ist, wird es hierzu eine öffentliche Ausschreibung geben, um sich für eine Wohnung bewerben zu können.

Parken

Das Anwesen der alten Postscheune soll auch nun in Zukunft an historische Zeiten erinnern. So entsteht in Kürze eine Parkfläche mit historischem Hintergrund in der Ortsmitte. Leider kam die Corona-Pandemie dazwischen, so dass der Antrag auf vorzeitigen Maßnahmebeginn noch nicht bearbeitet werden konnte.

Eine Aufwertung des Ortskerns im Gemeindeteil Unterrodach konnte vorgenommen werden, so dass die Arbeiten noch im Sommer beginnen können. Die zugesagten Zuwendungen liegen bei 200 000 Euro, wobei diesen 227 000 Euro Baukosten zugrunde lagen.

Das Anwesen Friedhofstraße  3 in Unterrodach wurde ebenfalls der Förderoffensive gemeldet. Aufgrund der städtebaulich wichtigen Lage und der unmittelbaren Nähe zum Flößermuseum wurde der Umgriff mit einbezogen und genehmigt. Hier entsteht somit für alle Einwohner eine moderne Festscheune mit traditioneller Umgebung.

Themenbezogene Veranstaltungen und Privatfeiern können somit in unmittelbarer Nähe zum Flößermuseum gefeiert werden. Die zu fördernde Summe liegt bei ca. zwei Millionen Euro, die mit einer Zuwendung von 1650 Euro beschieden wurde. Derzeit ist die Planungsphase abgeschlossen und die Pläne liegen bei der Regierung von Oberfranken zur Genehmigung. Ziel ist es, ebenfalls im Sommer mit den Bauarbeiten zu beginnen.

Pfarrhaus Seibelsdorf

In den nächsten Wochen wird der Marktgemeinderat eine Entscheidung über die Zukunft des alten Pfarrhauses in Seibelsdorf vornehmen müssen. Dieses Anwesen wurde vorsorglich ebenfalls bei der Förderoffensive angemeldet. Was daraus entstehen könnte, wie die Finanzierungsmöglichkeiten sind sowie das weitere Vorgehen wird in einer der nächsten Sitzungen im Juni vorgestellt, nachdem der Fördergeber vor drei Wochen erklärte, dass der Antragsfrist vom 31. Dezember 2020 eine Abgabefrist bis zum 3. Juli 2020 vorgeschalten wurde. Seitdem laufen die Vorbereitungen und Gespräche auf Hochtouren.

Einen großen Strich durch den Zeitplan der vorbereitenden Maßnahmen zur Dorferneuerung Zeyern hat hier ebenfalls das Coronavirus gemacht. Laut Pressemitteilung der Marktgemeinde besteht allerdings Hoffnung, dass die Arbeiten bald wieder aufgenommen werden können. red