Das diesjährige Motto des Landesfeuerwehrverbandes "Wenn die Katastrophe kommt, sind wir bereit. Komm, hilf mit!" ergänzte der Kommandant der Feuerwehr, Dominik Alex, bei der Hauptversammlung. Nachdem Vorsitzender Stefan Wunder seinen Rücktritt bekannt gab, stellte der Kommandant fest: "Die Katastrophe ist jetzt da."
Seinen Entschluss, der ihm sichtlich nicht leicht fiel, begründete Stefan Wunder mit der Diskussion rund um den Standort des Grüber Marktes. "Dieser gravierende Punkt hat mich dazu bewogen, kein Vorsitzender mehr zu sein, obwohl dieser Posten eigentlich ein richtig gutes Ehrenamt ist", betonte Wunder.
Der Kommandant machte ebenfalls deutlich, dass die Beeinträchtigung der Einsatzbereitschaft durch den Grüber Marktfreitag unakzeptabel sei. Heftige Kritik übte Alex an den Verantwortlichen, die bei diesem Thema keinerlei Einsicht zeigten, obwohl sich Kameraden abgemeldet haben, Feuerwehrangehörige verbale Angriffe erdulden mussten, Fakten verdreht worden seien und es Beschuldigungen sowie Einschränkungen bei Terminplanungen und im Dienstbetrieb gibt.
"Es ist absolut untragbar, wie in diesem Fall mit den so wichtigen Dienstleistenden der Feuerwehr umgesprungen wird", wetterte Dominik Alex. An die Aktiven appellierte er, sich nicht entmutigen zu lassen, um auch künftig rund um die Uhr schnell und professionell Hilfe leisten zu können. Dass die Mitglieder hinter ihrem Kommandanten und dem bisherigen Vorsitzenden stehen, zeigte sich in der anschließenden Diskussion. Alle waren sich einig, dass niemand gegen den Markt, aber alle gegen den Standort seien.


21 Einsätze

Was die Einsätze betrifft, sprach Dominik Alex von einem ruhigen Jahr. Dennoch wurden 21 Einsätze und Übungen abgearbeitet und hierbei 486 Einsatzstunden geleistet. Bei der geheimen Einsatzübung der Feuerwehr Buch am Forst habe sich am Markttag der von der Feuerwehr immer wieder betonte Fehler im System gezeigt, denn durch parkende PKW der Besucher fehlten Einsatzparkplätze für die Dienstleistenden. Einige von ihnen mussten die Übung unterbrechen und ihre Fahrzeuge umzusetzen, die sonst abgeschleppt worden wären
Bürgermeister Jürgen Wittmann versicherte, dass der Beschluss, den Standort des Marktes zu verlegen, umgesetzt werde. Er bot ein erneutes Gespräch mit den Verantwortlichen der Wehr an. Wittmann betonte, dass Politik und Verwaltung hinter der Wehr stehe.
Stefan Wunder gab in seinem Bericht bekannt, dass dem Feuerwehrverein 86 Mitglieder angehören. 42 leisten Dienst und zwei sind in der Jugendgruppe aktiv. Der Vorsitzende ging auf die verschiedenen Aktivitäten während des Jahres ein und kündigte die Anschaffung einer neuen Küchenzeile für den Unterrichtsraum an. Durch den Feuerwehrverein wurde ein Permanent-Wassersauger für das Mehrzweckfahrzeug angeschafft, ebenso ein zusätzliches Digitalfunkgerät, um den Gemeindehaushalt zu entlasten.
Dominik Alex gab bekannt, dass die aktive Wehr ein Durchschnittsalter von 36,5 Jahren hat und viele Lehrgänge besucht wurden. Unter anderem war er mit Oliver Stadter an der International Fire Academy in der Schweiz, um sich als Multiplikator intensiv für die Arbeit als Tunnelbasiseinheit schulen zu lassen. Gemeinsam mit den Kameraden aus Ebersdorf stellen die Grüber Aktiven diese Einheit und werden im Einsatzfall zu allen ICE-Tunnels und der ICE-Neubaustrecke zwischen Ebensfeld und Erfurt alarmiert. Aufgrund der stetig wachsenden Mannschaftsstärke und der Ausrüstung fehlen im zu klein werdenden Gerätehaus Lagermöglichkeiten. Mehr und mehr Ausfälle zeigt das 32 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug (LF 16). Deshalb müsse die Ersatzbeschaffung in Form eines HLF 20 (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) im Jahr 2020 absolute Priorität haben.
"Wenn ich einen Hut auf hätte, würde ich ihn vor euch ziehen", lobte Zweiter Bürgermeister Volker Gahn das Engagement der Einsatzkräfte. Unter seiner Leitung wurde als neue Vorsitzende Ina Pohl einstimmig gewählt. Nach 28 Jahren schied außerdem Sonja Korn als Kassiererin aus. Ihre Nachfolge tritt Stefanie Wunder an. ake