von unserem Mitarbeiter werner reissaus

Bayreuth/Kulmbach — Der Tourismusführer "Markgrafenkirchen entdecken - Region Bayreuth-Kulmbach" liegt jetzt gedruckt vor und wurde gestern im Rahmen einer Pressekonferenz im Landrätesaal der Regierung von Oberfranken vorgestellt. In dem Flyer werden 50 Markgrafenkirchen in der Region auf einer Karte dargestellt und 24 Kirchen mit Bild ausführlich präsentiert. Es handelt sich um ein Impulsprojekt, sowohl mit Blick auf das Lutherjahr 2017 als auch als Beitrag zu einem stärkeren öffentlichen Bewusstsein für die Schätze der Markgrafenkultur des 18. Jahrhunderts.
"In diesen Kirchen liegt unerschlossene Kraft für den Tourismus und die Regionalförderung, aber auch für Besinnung und Meditation", sagte Regionalbischöfin Dorothea Greiner. So überraschen selbst in scheinbar einfachen Land- und Chorturmkirchen, teils mittelalterlichen Ursprungs, wundervolle Innenräume als Raumkunstwerke des Bayreuther Rokoko.
Typisch für die Markgrafenkirchen ist unter anderem der Kanzelaltar, bei dem die Kanzel in den Altaraufbau, oft zusammen mit wertvollen Ausstattungsstücken früherer Epochen, integriert ist. Der aufgeklärte markgräfliche Hof wetteiferte mit dem regionalen Adel und den Pfarrgemeinden um die schönsten Kirchenbauten, um internationale Architekten und Stuckateure und um die besten Maler und Handwerksmeister.
Regierungspräsident Wilhelm Wenning stellte fest: "In der Regierung sind über 100 solcher Kirchen im Markgrafenstil gelistet, die größere Aufmerksamkeit verdienen."

In Tausenden von Stunden

Karla Fohrbeck, Kulturpublizistin und frühere Schul- und Kulturreferentin von Nürnberg, war es auch, die in Tausenden von Stunden ehrenamtlicher Arbeit Fotos und Informationen über diese Kirchen im Markgrafenstil zusammengestellt und ausgewertet hat. "Sie hat mit unglaublicher Entdeckerfreude, Schaffenskraft und Durchsetzungskunst dieses Werk in Windeseile erstellt", lobte die Regionalbischöfin. Unterstützt wurde Karla Fohrbeck von Regionalmanagerin Eva Rundholz, Bezirksheimatpfleger Günter Dippold und der Bayreuth Tourismus- und Marketing GmbH, außerdem von Archiven, Pfarrämtern und Dekanaten.
Die Inspiration zum Tourismusführer "Markgrafenkirchen entdecken" kam Karla Fohrbeck bei ihrer Arbeit zum Jubiläum der Markgräfin Wilhelmine in den Jahren 2007 bis 2009: "Da ist mir aufgefallen, wieviel wir an Markgrafenkultur haben.
Die Regionalbischöfin beklagte, dass nur die Hälfte der evangelischen Kirchen im Kirchenkreis geöffnet ist. Das seien eindeutig zu wenig: "Die Kirchen gehören nicht uns, sie gehören Gott und den Menschen."