Bei der Jahreshauptversammlung der Lichtenfelser Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz berichtete Vorsitzende Marion Damm über die vielseitigen Tätigkeiten 2018. Drei Mitglieder wurden geehrt.

Die Vorsitzende informierte über ihre Besuche in Kindergärten, Schulen und Altenheimen. Dort erläuterte sie anhand von Vogelpräparaten die heimische Vogelwelt. Auch einige verletzte und kranke Igel pflegte sie wieder gesund.

Bartmeisen und Störche

Von Gerd Glätzer und Dieter Franz konnten im letzten Jahr im Vogelschutzgebiet in der Nähe von Trieb Zwergdommeln, Nachtreiher und mehrere seltene Bartmeisen beobachtet werden, die auch beringt wurden. Im Landkreis Lichtenfels gab es 2018 sieben besetzte Storchennester. Neben den bekannten Nestern in Ebensfeld, Michelau, Hochstadt und Mainroth kamen neue Brutplätze in Lichtenfels, Schwürbitz und ein Zweiter in Michelau hinzu.

Mitglieder der Kreisgruppe führten in der Sandgrube des LBV bei Gärtenroth und am Roten Hügel Nähe Hochstadt Entbuschungsmaßnahmen und Mäharbeiten durch.

Am "Tag des Zugvogels" bekamen ungefähr 30 Teilnehmer bei einer vogelkundlichen Wanderung die hier rastende und ziehende Vogelwelt erläutert und konnten sie an der Beobachtungshütte miterleben.

Immer weniger Schleiereulen:

Jan Ebert berichtete, dass leider nur noch wenige Schleiereulenbruten in den über 100 aufgehängten Eulenkästen in landwirtschaftlichen Scheunen im Landkreis Lichtenfels nachgewiesen werden konnten. Volker Woitzik und Jan Ebert bauten und installierten in einem Kirchturm einen großen Nistkasten für die seltenen Wanderfalken, nachdem im letzten Jahr dort ein entsprechendes Falkenpaar gesehen wurde und es außen am Turm keine weitere Nistmöglichkeit gibt.

Am Schlämmsee in Trieb wurde von ihnen mit Bernd Flieger und Ralf Böhme ein neues Brutfloß für die auf der Roten Liste stehenden Flussseeschwalben gebaut. Das Floß, das sich dem schwankenden Wasserstand selbstständig anpasst, ist sofort angenommen worden und es gab die erste erfolgreiche Brut mit drei Jungvögeln in Oberfranken.

Vögel gerettet

Georg Wicklein nahm in seiner Auffang- und Pflegestation in Burkheim 75 verletzte oder kranke Vögel (meist Singvögel) auf. Davon konnten 37 auch wieder erfolgreich ausgewildert werden.

In den Neuwahlen wurde der Vorstand im Amt bestätigt: Marion Damm ist weiterhin Kreisvorsitzende, Dieter Franz bleibt stellvertretender Vorsitzender, Gerd Glätzer ist weiterer Stellvertreter und gleichzeitig Vorsitzender der Ortsgruppe Hochstadt.

Appell

Zum Thema Volksbegehren "Rettet die Bienen", erklärte die Kreisvorsitzende Marion Damm dass auch jeder Gartenbesitzer etwas Positives beitragen könne. Denn Artenschutz sollte schon vor der eigenen Haustüre beginnen. So biete ein von Thujahecken und Pflastersteinen umrahmter Golfrasen keinen Lebensraum für Insekten und Singvögel. Gleiches gelte auch für Gärten, die mit Teichfolie ausgelegt und mit Zierkies bedeckt werden. Solche "Gärten" seien ökologisch schlichtweg tot.

Auch sogenannte "Problemtiere" wären kein Problem, wenn sich die Menschen ein wenig arrangieren würden. Denn keine Tierart lösche eine andere Art aus: Dafür ist einzig und allein der Mensch verantwortlich.

Geehrt wurde Bernd Flieger für 40 Jahre im LBV und seit 20 Jahren sind Fritz Müller und Manfred Rauh dabei. red