Von ruhiger Zeit auf dem Bau kann in diesem Winter kaum die Rede sein. Die milde Witterung und die vollen Auftragsbücher sorgen dafür, dass die Maler im Landkreis Haßberge auch jetzt gut zu tun haben. Dennoch nahmen sich an die 20 Betriebe, oder besser gesagt deren Meister, Zeit, um im Landhotel in Rügheim ein paar Stunden im Kreis der Kollegen zu verbringen.
Der Obermeister der Malerinnung, Michael Ott aus Burgpreppach, nutzte die Gelegenheit, um freudige Nachrichten zu verkünden und eine Ehrung vorzunehmen. Der Malermeister Erwin von der Forst aus Pfarrweisach, als Sachverständiger in den Spezialgebieten Betontechnik und Betoninstandsetzung sowie für Trinkwasser- und Abwasseranlagen weltweit tätig, hatte vor 40 Jahren seinen Meisterbrief erhalten. Dieses Jubiläum würdigte Michael Ott, auch in Abwesenheit des Jubilars. "Er ist auch in den Krisengebieten dieser Welt tätig", erklärte der Obermeister den versammelten Meistern. "Es kann auch passieren, dass die Anlagen, die er baut, eine Woche nach Fertigstellung nicht mehr stehen."
Gerne wäre der Jubilar selbst gekommen und hätte seine Ehrung entgegengenommen, doch aus terminlichen Gründen musste er absagen. "Wir reichen ihm die Ehrung aber nach", versprach Ott.
Er bedankte sich bei zwei weiteren Innungsmitgliedern. Paul Berchtold aus Zeil war lange Zeit stellvertretender Obermeister gewesen, hatte aber bei den letzten Neuwahlen im Frühjahr 2017 seinen Posten zur Verfügung gestellt. "Für die viele, ehrliche Hilfe und Unterstützung möchte ich mich jetzt bei dir bedanken." Mit diesen Worten übergab Ott seinem ehemaligen Stellvertreter einen Bocksbeutel als Präsent.


Mit Rat und Tat

Außerdem bedankte sich Ott auch im Namen der Handwerkskammer für Unterfranken bei Malermeister Willi Stappenbacher aus Trossenfurt, der, seit er 1978 seinen Meisterbrief erhalten hat, im Durchschnitt pro Jahr mindestens drei Lehrlinge ausgebildet hat. In diesen 40 Jahren sind so rund 140 Auszubildende zusammengekommen. Und auch wenn die Firma mittlerweile Sohn Matthias leitet, so ist der Senior doch immer zur Stelle und hilft mit Rat und Tat, wo er nur kann. "Damit bist du wirklich ein verdienter Ausbilder und als solchen haben wir dich für eine Ehrung an die Handwerkskammer gemeldet", würdigte Ott den geschätzten Kollegen.
Erfreulich sieht die Lage bei der Ausbildung aus. Nachdem in den letzten Jahren die Anzahl der Auszubildenden in den Innungsbetrieben rückläufig war, haben sie in diesem Jahr erstmals wieder 16 Lehrlinge im ersten Lehrjahr. Darunter mittlerweile auch den einen oder anderen "Azubi" mit Migrationshintergrund. Angesprochen auf diese Auszubildenden, erklärten einige Meister, dass sich oft nur noch Flüchtlinge bewerben. Und da die Branche ausbilden will, liegt die Entscheidung, einen Flüchtling auszubilden, nahe. Bisher haben sie überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Verständigungsprobleme gibt es laut den Aussagen zwar immer wieder einmal, auch wegen der Mentalitäts- und Kulturdifferenzen, aber damit lasse sich arbeiten. Wichtigstes Kriterium bei der Überlegung, einen Auszubildenden mit Migrationshintergrund einzustellen, ist für die Meister, neben dem handwerklichen Geschick, auch die Sprachkenntnis des Bewerbers. kb