Mit Chansons und Balladen von Francois Villon zeigten Jan Burdinski und Lutz Götzfried im Brückentheater mit dem Stück "Himmelsflüge - Höllenstürze" einen Dichter aus dem Frankreich des 15. Jahrhunderts, der sich als Straßenräuber und Frauenheld durchschlug und sein wildes Leben für die Nachwelt in zum Teil deftigen Versen festhielt. Dessen berühmtester Satz "Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund" ist bis heute unvergessen.

Ausgangspunkt des szenischen Spiels war eine Gerichtsverhandlung wegen versuchten Totschlags gegen Villon. Lutz Götzfried schlüpfte in die Richterrobe und bekleidete die Rolle des Anklägers; Jan Burdinski spielte Villon. Der Dichter, 1431 in Paris geboren, stammte aus einfachen Verhältnissen. Zu jener Zeit lebten der Adel und die Kirchenfürsten im Überfluss, während dem einfachen Volk oft bittere Armut die letzte Menschenwürde raubte.

In Liedern und Texten brachten Götzfried und Burdinski die Gegensätze wie Tod und Leben, Liebe und Trennung, Reichtum und Armut auf den Punkt.

Auf seltsame Art berührend war die Ballade vom Mäuslein, das in Villons Zelle Junge bekam. Auch die Ballade von den drei Landstreichern kam reichlich makaber daher. Durch den Wechsel zwischen derb-zynischem Wortwitz und tiefer, aufrichtiger Empfindung wirken Villons Balladen auch nach über 500 Jahren noch frisch und sehr lebendig.

Götzfried und Burdinski erhielten vom Publikum minutenlangen Applaus für ihre Leistung.