Lobpreisungen der Schöpfung und die Verantwortung des Menschen für deren Erhalt zogen sich wie ein roter Faden durch die Texte, Gebete und Lieder während der Mahnandacht am "Franziskusmarterla". Etwa 20 Gläubige hatten sich dort versammelt.

Nach dem unter der musikalischen Begleitung von Klaus Stürmer gemeinsam gesungenen "Laudato si" zu Ehren des Heiligen Franziskus, erinnerte BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt in seinen Begrüßungsworten an die ökumenischen Mahnandachten und deren mittlerweile über 26 Jahre währende Tradition.

Kritik an ICE-Trasse

Er wies in diesem Zusammenhang auf das Ausmaß der Umweltzerstörungen durch die ICE-Trasse hin: "22 Tunnel und 29 Talbrücken wurden zwischen Ebensfeld und Erfurt aus dem Boden gestampft."

Reinhardt beklagte an dem denkwürdigen Ort den Raubbau an "Mutter Erde": "Hier wurden 16 Millionen Kubikmeter wertvollen Bodens entnommen, die Landschaft zerstückelt und der Lebensraum Wald zerstört."

Mit Blick auf die Maintalquerungen der ICE-Trasse und der A 73 meinte Reinhardt: "Statt mit Spitzengeschwindigkeiten von 300 Kilometer pro Stunde durch die Landschaft zu rasen, müsste die dringende Sanierung und Ertüchtigung des gesamten Bahnnetzes in Angriff genommen werden. Der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe, mehr Güter auf die Bahn, schallgedämpfte Güterzüge und komfortables Reisen, niedrige Fahrpreise, Beseitigung des Tarifwirrwarrs und bessere Taktung der Verkehrsträger sollten für eine bürgerfreundliche Bahn unverzichtbare Attribute sein."

Die beiden Geistlichen, Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Staffelstein und Gemeindereferent Matthias Beck von der katholischen Pfarrei St. Kilian, stellten das lebenswichtige Element Wasser in den Mittelpunkt der besinnlichen Andacht.

Matthias Beck hob, bezugnehmend auf den Sonnengesang des Heiligen Franziskus, hervor: "Ja, wir dürfen dankbar sein, dass Gott in unserem schönen Gottesgarten am Obermain noch die Quellen des Wassers sprudeln lässt; denn bei uns in Deutschland ist das mittlerweile nicht mehr zur Selbstverständigkeit geworden. Auch hier in Oberfranken sind die Auswirkungen der Klimaerwärmung zu beobachten: Die Flüsse führen weniger Wasser, die Fließgeschwindigkeit ist niedrig und das Algenwachstum hat zugenommen. Hier ist dringender Handlungsbedarf vonnöten!"

Wasser, das Lebenselixier

Doch der Heilige Franziskus lasse es nicht allein bei der Nützlichkeit des nassen Elements bewenden, so die Geistlichen. Er verlieh dem Wasser darüber hinaus die Attribute "Kostbarkeit, Demut und Keuschheit".

Pfarrerin Schmid-Hagen nahm Textstellen des Johannesevangeliums zum Anlass, die Bedeutung des Wassers als wahres Lebenselixier hervorzuheben, das Mittel zur praktizierten Nächstenliebe sein könne: "Der Durst nach Geliebtwerden ist nicht allein zu löschen mit einem Becher Brunnenwasser. Nur eines vermag solches: die Liebe eines Menschen, der nicht fragt nach Stand, Nationalität und Religion; die vergangenen Sünden einem nicht anlastet."

Hier falle das Wort Jesu: "Wer von diesem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, der wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt."

Gemeindereferent Matthias Beck richtete schließlich einen Appell an die Anwesenden, mit den begrenzten Ressourcen der Erde achtsam umzugehen: "Die andauernde Corona-Pandemie ist auch eine Chance zum Umdenken, beispielsweise auf Luxusreisen, Wasserverschwendung und übermäßigen Konsum zu verzichten, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern."

Mit dem gemeinsamen Lied "Herr, gib uns Deinen Frieden" und dem Segen endete die besinnliche Andacht im Gottesgarten. Anton Reinhardt