Mit der Geschichte des christlichen Antijudaismus setzt sich der bekannte Historiker Wolfgang Benz in einem Vortrag am Donnerstag, 11. Mai, im Sitzungssaal des Rathauses auseinander. Ausgangspunkt seiner Ausführungen ist dabei im Lutherjahr 2017 das ambivalente Verhältnis Martin Luthers zum Judentum.
Während sich der frühe Luther ausgesprochen positiv über das Judentum äußerte und die jüdischen Wurzeln des Christentums betonte, legte der späte Luther eine unsägliche Polemik gegen das Judentum an den Tag, die in den Forderungen gipfelte, Synagogen und Wohnhäuser zu zerstören, Gottesdienst, Gebet und Lehre zu verbieten, das Vermögen einzuziehen und Juden zur Zwangsarbeit zu verpflichten - Forderungen, die in der NS-Zeit blutige Realität geworden sind. Wolfgang Benz wird in seinem Vortrag die Hintergründe von Luthers Invektiven untersuchen und den Reformator in den größeren Kontext des christlichen Antijudaismus stellen, der dem rassischen Antisemitismus im 20. Jahrhundert den Weg bereitete.
Beginn des Vortrages ist um 19.30 Uhr. red