von unserem Mitarbeiter  Harald Rieger

Litzendorf — Da staunten einige Litzendorfer Gemeinderäte nicht schlecht, als sie sich jetzt im Rahmen einer Ortsbesichtigung ein Bild vom neuen Regenüberlaufbecken in Pödeldorf gemacht haben. War doch bei der letzten Besichtigung im vergangenen Jahr nur ein tiefes Loch zu sehen und die Räte mussten im Matsch umherlaufen. Inzwischen ist das Bauwerk fertiggestellt, über 40 Tonnen Stahl und Hunderte von Kubikmetern Beton wurden verbaut. Zudem wurden 1000 Tonnen Schotter eingebracht, damit sich das Becken nicht unerwünscht senkt. Die Wege sind sauber geteert und der sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche Bauhof wirkt nun aufgeräumter und geräumiger.
Die Anlage selbst ist seit einigen Wochen in Betrieb und hat ihre erste Bewährungsprobe bestens gemeistert. Zudem blieben die Kosten im kalkulierten Rahmen, nämlich bei den anvisierten rund 900 000 Euro. "Es war sicherlich ein Gewaltakt, aber der war nicht zu umgehen. Damit haben wir unsere Abwassertechnik auf den allerneuesten Stand gebracht und die nächsten fünf Jahrzehnte wohl keinen erneuten Handlungsbedarf", bilanzierte Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) in der anschließenden Gemeinderatssitzung. Es werde demnächst einen Tag der offenen Tür geben, damit sich auch die Bürger der Gemeinde von der modernen Anlage ein Bild machen könnten.

Weiterhin gefragt: Geduld

Weniger Erfreuliches hingegen gab es von der Großbaustelle Litzendorf und der Ortsdurchfahrt zu vermelden. Vor allem da die Ampeln nach wie vor benötigt und die Verkehrsteilnehmer weiterhin etwas Geduld brauchen werden. Fraglich bleibt auch, ob der Termin für die Asphaltierung der Hauptstraße und der Geisfelder Straße, die ursprünglich für Ende August beziehungsweise Anfang September geplant waren, noch einzuhalten sein wird. Da diese Maßnahme nur im Rahmen einer Straßenvollsperrung erfolgen kann, sei es nach Angaben der Planer sinnvoll, sie in den Ferien durchzuführen, da dann zumindest der Schulbusverkehr nicht belastet werde. "Wenn wir es nicht schaffen, bis Anfang September mit den Asphaltierungen zu beginnen, ist es sicherlich ratsam, in die Herbstferien auszuweichen", erläuterte Möhrlein.
Nach Fertigstellung der Ortsdurchfahrt gehen die Bauarbeiten jedoch weiter. Denn auch die Bachstraße, die Kirchgasse und die Straße Schimmelsgraben werden neugestaltet. Der Baubeginn hierfür ist für das Frühjahr 2016 vorgesehen. Ebenso soll im nächsten Jahr auf der östlichen Hauptstraße ab dem Lohndorfer Weg die Staatsstraße neu asphaltiert und der Gehsteig auf der nördlichen Seite Richtung Lohndorf verlängert werden. Geplant ist hier am Ortseingang (Höhe Malteserscheune) die Schaffung einer Querungshilfe, auf der Fußgänger aus dem Baugebiet und Radfahrer, die Richtung Lohndorf den Radweg nutzen wollen, gefahrlos ihr Ziel erreichen können.

Zeitlich unbegrenzte Kooperation

Einstimmig bestätigt haben die Gemeinderäte noch einmal die bei einer gemeinsamen Sitzung der Gemeinden Litzendorf, Memmelsdorf und Strullendorf gefasste Empfehlung zum Tourismuskonzept "Fränkische Toskana". So wird sich Litzendorf künftig mit einem Drittel an den Personal-, Sach- und Gemeinkosten bis zu einer Höhe von rund 105 000 Euro beteiligen. Eine explizite zeitliche Beschränkung der Kooperation wurde nicht beschlossen, lediglich einige Gemeinderäte sprachen sich für eine vorerst fünfjährige Zusammenarbeit aus.