Mit großer Spannung verfolgten die zahlreichen Besucher der Literarischen Teestunde am Gymnasium Fränkische Schweiz Passagen aus dem Roman "Neujahr" von Juli Zeh.

Von den Akteuren wurde eindrucksvoll vorgetragen, welche seelischen Nöte ein kleiner Junge durchmacht, der sich angesichts der unerklärbaren Abwesenheit der Eltern am Urlaubsort für sein Schwesterchen Luna verantwortlich fühlt, damit aber gänzlich überfordert ist. Allein die Nahrungsaufnahme wird zur Überlebensfrage, denn das Wasser aus der Leitung darf man im Urlaubsland nicht trinken, an die Getränke kommen die Kinder aber nicht heran.

Bange Momente

Als Henning seine Schwester Luna dabei erwischt, wie sie einen Hocker an die Wasserleitung gestellt hat und doch daraus getrunken hat, bangt er um ihr Leben. Schließlich ist er überzeugt, das Monster aus der Zisterne halte die Eltern gefangen. Sie hatten die Kinder davor gewarnt, damit die den gefährlichen Ort meiden.Wie sich später herausstellt, sind diese traumatischen Kindheitserlebnisse die Ursache für die Panikattacken des Protagonisten des Romans.Dafür, dass die Zuhörer die Auflösung noch am selben Abend in Angriff nehmen konnten, sorgte dankenswerterweise Michael Holz von der Buchhandlung Faust.

Die nächste Literarische Teestunde wird am Freitag, 24. April, stattfinden. Anlässlich des 50. Geburtstags des Gymnasiums Fränkische Schweiz werden vorwiegend ehemalige Mitwirkende der Literatur-AG, die zum Teil schon vor Jahrzehnten ihr Abitur ablegten, die Texte präsentieren.

So kann die Initiatorin der Veranstaltung, Steffi Nickolai, ihre ehemaligen Schülerinnen und Schüler wieder als Akteure willkommen heißen. red