Zeil — "Ein Abend für mich" lautete der Titel des Lieder- und Wohlfühlabends, zu dem der Zeiler Frauenbund eingeladen hatte. Neben drei "Frauenfrühstücken" im Jahr gibt es seit einigen Jahren dieses zusätzliche Angebot am Abend, bei dem es möglich ist, die Seele baumeln zu lassen, sich an einen gedeckten Tisch zu setzen und sich wohlzufühlen. Musikalisch gestaltet wurde der Abend von der Liedermacherin Stefanie Schwab aus Würzburg, die mit ihren christlich inspirierten Liedern die Seelen der Besucherinnen berührte.
"Lieder für den Lebensweg - mit Leichtigkeit und Leidenschaft" war das Motto ihrer Darbietungen. Bereits beim Betreten des Pfarrsaales machte sich Urlaubsfeeling breit. Man fühlte sich wie am Meer: Sand, Schilf, Muscheln, Leuchttürme im Kleinformat und zahllose brennende Kerzen und Kerzchen auf den Tischen, handgemalte Bilder mit Urlaubsmotiven auf Staffeleien ließen die Besucherinnen eintauchen in eine andere Welt.
Bei einem Glas Pfirsichbowle, das jeder Gast zu Beginn bekam, konnten erste Gespräche entstehen. Die Vorsitzende des Zeiler Frauenbundes, Ulli Steigner, zeigte sich beeindruckt vom großen Interesse der Frauen an diesem Angebot. In vier Zeitblöcke eingeteilt, gab es am Abend zweimal Zeit fürs Essen und zweimal Zeit für die Musik.
Stefanie Schwab, die vor Jahren mit der Gruppe "Feuerstein" auftrat und bekannt wurde, tritt seit geraumer Zeit als Solokünstlerin auf. Mit ihren christlich inspirierten Liedern versteht sie es in ihrer einmaligen Art, Stellen aus der Bibel oder Gedanken in musikalischer Form so an die Frauen zu bringen, dass sie verstehen, was Christsein im Alltag bedeutet. Das Lied "Weinstock und Rebe" hatte für viele Besucherinnen gleich eine doppelte Bedeutung, da die Pfarreiengemeinschaft, zu der Zeil gehört, "Am Weinstock Jesu" heißt.


Ein wenig Zeitkritik

Das Lied "Ein Mensch wie ich", bei dem die Künstlerin das 33-jährige Leben Jesu in drei Minuten beschrieb, berührte tief. Mal mit Keyboard, mal mit Gitarre stellte die Musikerin aktuelle Dinge des Zeitgeschehens in den Mittelpunkt. So wetterte sie gegen den Jugendkult und zeigte die schönen und wertvollen Seiten des Älterwerdens auf. Weil Gott ein "Gott der Lebenden" ist, gehören alle Facetten des Lebens dazu, das nicht nur aus Frieden und Freude besteht.
Mit einem "Feuerstein in Gottes Hand" verglich sie die Menschen, die, einmal von Gottes Feuer entzündet, selbst andere mit diesem Feuer der Liebe anstecken können. Mit dem Lied "Bin meinem Herrgott dankbar, dass ich das net brauch" schaute sie augenzwinkernd auf vieles, was ihren "Nachbarn" so wichtig ist.
Stefanie Schwab begeisterte die Frauen mit ihrer facettenreichen Musik, die geprägt ist von Gottvertrauen und Dankbarkeit, aber auch die dunklen Seiten des Lebens nicht außen vor lässt. Ein authentisches Glaubenszeugnis, das ansteckend wirkt. Wie begeistert die Frauen vom Abend waren, zeigte sich auch daran, dass sich etliche von ihnen nach dem Auftritt mit CDs eindeckten. Teile des Erlöses aus Verkauf und Auftritten spendet die Künstlerin für ihre Hilfsprojekte "Archana" und "Salam".