Einer meiner Favoriten im Radio ist zur Zeit das Lied "Je ne parle pas français" von Namika. Bekannt geworden ist die Sängerin bei uns vor allem durch ihr Lied "Lieblingsmensch" aus dem Jahr 2015. In dem Lied beschreibt Namika, was diese Person ausmacht: Bei ihrem Lieblingsmenschen kann sie sein, wie sie ist. Es braucht keine Worte, um sich auszutauschen und zu verstehen. Dieser Person kann sie ihre tiefsten Geheimnisse anvertrauen. Und auch einen Streit hält die Beziehung zwischen ihr und ihrem Lieblingsmenschen aus.
Es ist wünschenswert, dass jeder von uns zumindest einen solchen Lieblingsmenschen im Leben hat.
Am Wochenende findet das jährliche Konfi-Camp in der Jugendbildungsstätte Neukirchen statt, organisiert von der ejott - der Evangelischen Jugend im Dekanat Coburg. Konfirmanden aus dem Dekanat Coburg kommen mit ihren Pfarrern und Konfi-Teamern für ein Wochenende zusammen. Thematisch geht es auch hier um Lieblingsmenschen und die Frage "Bin ich gut genug?".
In der Bibel taucht an verschiedenen Stellen der Dreiklang von "Gott - mein Nächster - ich" auf, unter anderem im Dreifachgebot der Liebe: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Und Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Mt. 22, 37-39).
Was bedeutet dieser Dreiklang für die Idee der Lieblingsmenschen? Mögliche Antworten, die uns eingefallen sind:
• Sei dein eigener Lieblingsmensch! Damit ist nicht gemeint: Sei der Nabel der Welt. Es geht viel mehr darum, sich selbst mit den Augen eines Lieblingsmenschen zu sehen: Akzeptiere und liebe dich, so wie du bist; mit allen deinen Begabungen, Talenten und Fähigkeiten, aber auch mit allen deinen Macken, Fehlern und Schwächen. Steh" zu dir selbst, denn du bist gut so wie du bist!
• Jeder ist ein Lieblingsmensch! Bei Menschen, die uns nahe stehen, fällt es uns leicht, dieser Aussage zuzustimmen. Aber was ist mit Personen, denen wir neutral gegenüberstehen oder die wir nicht leiden können? Auch diese Personen sind Lieblingsmenschen und für einen anderen genau so wichtig und wertvoll wie unsere Lieblingsmenschen für uns. Und vielleicht kann dieser Gedanke uns ja auch dabei helfen, diesen Menschen positiver gegenüberzutreten.
• Du - Gottes Lieblingsmensch! Bevor wir selbst Lieblingsmenschen haben oder für jemanden sind, sind wir Lieblingsmenschen für Gott, jeder und jede Einzelne von uns. Und dieses Angebot, die Liebe Gottes, können wir annehmen, denn sie ist an keine Bedingungen oder Leistungen geknüpft.

Nicole Koch ist Dekanatsjugendreferentin bei der ejott.