Zu einer beeindruckenden Glaubensdemonstration in der stimmungsvollen Atmosphäre der Höchstadter Altstadt entwickelte sich die traditionelle Lichterprozession am Abend des Maifeiertages. Erstaunlich viele Besucher nutzten auch heuer wieder mitten unter der Woche das alljährliche Angebot der Pfarrei.

In der abendlichen Maiandacht erinnerte Dekan Kilian Kemmer zunächst an die Unabhängigkeit des Jesus von Nazareth. "Das klischeehafte Denken der Menschen seiner Zeit war Jesus egal und hinderte ihn nicht daran, seinen Überzeugungen treu zu bleiben. Die Melodie dieses befreienden Glaubens lernen Christen durch Menschen, von denen sie glaubwürdig religiös erzogen werden", so Kilian Kemmer. Ein solches Vorbild sei auch Maria, die Mutter von Jesus, die im Mittelpunkt des Gottesdienstes und der anschließenden Prozession stand. Das von Maria in der Bibel überlieferte Loblied auf Gott, das sogenannte Magnifikat, ist nach Ansicht des Dekans eine Zusammenfassung des Programms, das Jesus den Menschen für ein gelingendes Leben im Evangelium ans Herz legen wollte. In dieses Loblied stimmte dann die Gemeinde in der voll besetzten Stadtpfarrkirche St. Georg zum schmissigen Orgelspiel des 13-jährigen Henning Schwarz mit ein.

Die Lichterprozession wurde mit passenden Texten von Wolfgang Köberlein gestaltet. Die Stadtkapelle unter der Leitung von Georg Römer begleitete den langen Prozessionszug musikalisch. Die historische Marienfigur wurde von sechs Frauen getragen. Tags zuvor hatten die Frauen einen viel bewunderten Blumenkranz um den Sockel der Marienfigur gebunden und mit der Familie Lehmann den Prozessionsaltar gestaltet. Auf dem Marktplatz, vor der Kulisse des mit Kerzen illuminierten und mit Blumen und Fahnen geschmückten Rathauses, beschlossen die Geistlichen mit Segengebeten und der Kindersegnung die Feier. LM