Als dauerhafte Erinnerung an die ehemalige jüdische Gemeinde in Redwitz wurden anlässlich des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ eine Skulptur sowie zwei Schautafeln mit einem kleinen Festakt eingeweiht.

Vorab hatte Thilo Hanft, Leiter der CHW-Bezirksgruppe Redwitz , bei einem Rundgang zu wichtigen Stätten jüdischen Lebens in der Gemeinde geführt. Viele Bürger und auch auswärtige Besucher nahmen daran teil.

Die Juden prägten mit ihren vielfältigen Handwerks- und Handelstätigkeiten seit dem 16. Jahrhundert bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts das Leben und die Entwicklung von Redwitz maßgeblich. Eine eigene Synagoge , die heute nicht mehr steht, bildete in der Hauptstraße den religiösen Mittelpunkt. In der Blütezeit erstreckte sich das Rabbinat Redwitz von Lichtenfels bis Friesen im Landkreis Kronach. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts verzogen viele der Handelsjuden nach Lichtenfels und weiter bis nach Amerika. Vor genau 100 Jahren, im Jahr 1921, wurde die jüdische Kultusgemeinde schließlich aufgegeben und die Synagoge geschlossen. Mit Ludwig Gutmann wurde der letzte Einwohner jüdischer Abstammung 1936 auf dem Judenfriedhof in Burgkunstadt begraben. An die jüdische Gemeinde erinnern nun in der Ortsmitte zwei neu errichtete Schautafeln, die deren religiöses und weltliches Leben beschreiben.

Im Anschluss an die Ortsführung erfolgte die Einweihung des Denkmals durch Thilo Hanft und den CHW-Vorsitzenden Günter Dippold. Die Metallskulptur zeigt mit dem Davidstern und der Menora (siebenarmiger Leuchter) zwei der wichtigsten Symbole des Judentums . Davor steht eine Tafel mit einer hebräischen Inschrift. Das Denkmal hat seinen Standort in der Nähe des Platzes der ehemaligen Synagoge .

Bürgermeister Jürgen Gäbelein stellte fest, dass sich in der Gemeinde viel bewege und verändere. Dabei dürfe man aber die Vergangenheit nicht vergessen. Sein Dank galt allen, die die Aktivitäten im Jubiläumsjahr unterstützt haben. Hier sei etwas Bleibendes geschaffen worden. Gäbelein dankte der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, der Gemeinde, dem Landkreis, dem Bürgerverein „Lebendiges Redwitz “, den an der Umsetzung beteiligten Firmen und dem gemeindlichen Bauhof für die Unterstützung.

Bezirksheimatpfleger Günter Dippold sah in der Errichtung des Denkmals einen wichtigen Akt, den die Gemeinde vollzogen habe. Denn man müsse die Geschichte kennen, um zu wissen, „auf welchem Boden man steht“. Er wolle den Fokus auf das Gemeinsame bei den Religionen legen.

Zugegen bei der Einweihung waren auch zwei Vertreter der türkischen Gemeinde DITIB Redwitz . Der Bürgerverein Lebendiges Redwitz lud abschließend dazu ein, mit einem Glas Sekt auf die Einweihung des Denkmals und die Schautafeln anzustoßen.