Was der Angeklagte vor Gericht zu sich aussagte, ließ verwundern. Das Bild, welches Zeugen von ihm zeichneten, war das eines wütenden Berserkers, aber der Mann selbst hatte womöglich zu nichts mehr Erinnerungen. Der Fall wegen Körperverletzung endete dennoch mit einem Urteil.

Gespuckt und getreten

Am 22. August des vergangenen Jahres kam es gegen 21.30 Uhr in einer Lokalität der Korbstadt zu einem eigenwilligen Vorfall. Ein 29-jähriger Maurer spuckte auf den Boden, wurde dafür gemaßregelt und dann ging es richtig rund. Wie Staatsanwalt Johannes Tränkle ausführte, sei der Angeklagte mit einem 47-Jährigen auf dem Boden gelandet und trachtete im Liegen danach, ihm gegen den Kopf zu treten. Er soll sogar Erfolg damit gehabt haben, jedenfalls wurde das vom 47-Jährigen bei der Polizei zu Protokoll gegeben.

Doch was geschah in der Zeit bis 1.20 Uhr? Der Endzwanziger tauchte um diese Uhrzeit am Bahnhof auf und geriet wieder mit jemandem aneinander. Diesmal aber trat er gegen sein Opfer und nahm einen Mann in den Schwitzkasten, der diesem zu Hilfe kommen wollte.

All das wollte Richterin Anne Berlips vom Angeklagten genauer wissen. Doch der schien fassungslos zu sein. Ihm sei damals von Dritten erzählt worden, was sich zugetragen hatte „und darauf habe ich mich nach Kutzenberg einweisen lassen“, so der Mann. Auch äußerte er den Verdacht, dass ihm damals eine Substanz in ein Getränk getan worden sei, weshalb er „wohl weder Freund noch Feind gekannt“ und einen Blackout gehabt habe, wie er „ihn noch nie“ hatte. Mit Blick auf Kutzenberg sagte er noch mehr: „Ich musste in sichere Umgebung.“

Ob es sonstige Substanzen denn Alkohol gegeben hat, war nicht zu klären. Wohl aber, dass der Täter unter mehr als „zwei Promille“ stand.

Als der Zeuge aussagte, welcher mit dem Angeklagten gegen 21.30 Uhr auf dem Boden landete, da zeichnete dieser ein zunächst freundliches Bild des Angeklagten . Man fand sogar heraus, dass man dieselben Leute kenne und der 47-jährige Angestellte ein Freund des Vaters des Angeklagten war. Zunächst sei alles ganz normal gewesen, man habe sich unterhalten und alles war wie üblich bei so etwas.

Mit dem Fuß ins Gesicht

Doch irgendwann habe sich der Maurer von seinem Sitz erhoben und bald darauf auf den Boden gespuckt. „Ich hab’ gesagt ,Pass mal auf Kollege, das muss nicht sein’ (…) und dann wollte er mir ins Gesicht schlagen. Wir sind auf dem Boden gelandet und im Wegdrehen hat er mich mit dem Fuß im Gesicht getroffen“, so der Zeuge .

Eine Geldstrafe sollte Richterin Anne Berlips im Falle des Maurers nicht mehr für ausreichend halten. Auch, weil ein Zeuge nach wie vor mit Folgeschmerzen zu tun hat. Sie verhängte vier Monate Haft zur Bewährung, wobei die Bewährungszeit auf zwei Jahre lautet.