Wenn ein Mensch nach langer Zeit plötzlich wieder sehen kann, ist das wie ein Wunder. Solche Wunder haben die Bürger von Bad Staffelstein allein im vergangenen Jahr 424-mal bewirkt. Insgesamt 12 732 Euro haben sie an die Christoffel-Blindenmission (CBM) gespendet. Mit diesem Geld kann die CBM Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika Augenlicht schenken und 424 Operationen am Grauen Star durchführen. Denn der Eingriff kostet in den Projekten der CBM durchschnittlich 30 Euro, bei Kindern wegen der benötigten Vollnarkose 125 Euro. Doch das sind Beträge, die sich viele der Betroffenen in Entwicklungsländern nicht leisten können.

Weltweit sind 17,1 Millionen Menschen durch Grauen Star, eine Trübung der Augenlinse, erblindet. Um diese Trübung zu beseitigen, braucht es nur rund 15 Minuten.

Unglaublich? Ein Arzt und Menschen wie die 120 Spender in Bad Staffelstein können das Unglaubliche wahr machen.

Durchblick dank Kunstlinsen

So war es auch bei der 17-jährigen Christine aus Kamerun. Sie betete jeden einzelnen Tag für ein Wunder. Die junge Frau konnte seit ihrer Geburt nicht gut sehen. Ihre Mutter Ngono ging schon früh mit ihr zum Arzt . Dort wurde festgestellt, dass Christine Grauen Star hatte, aber die Ärzte verschrieben nur Augentropfen . "Egal wie stark ich blinzelte oder wie weit ich mein Auge geöffnet habe, meine Sicht war verschwommen", berichtete die junge Frau.

Ngono suchte weitere Ärzte mit ihrer Tochter auf. Wieder Augentropfen , Kontaktlinsen oder Brillen. "Irgendwann haben wir fast alle acht Monate die Linsen gewechselt", erzählt die Mutter . Ein Großteil des Familieneinkommens sei dafür draufgegangen. Besser sehen konnte Christine trotzdem nicht. Im Gegenteil: Die junge Frau ging zwar zur Schule, ihre Noten jedoch wurden wie ihr Sehvermögen jedes Jahr schlechter und Christine immer abhängiger von anderen. Sie brauchte Hilfe von Fremden beim Überqueren der Straße, die Mitschriften ihrer Klassenkameraden zum Lernen und ihre Familie , um den Alltag zu bewältigen.

Dann geschah das Wunder, das Christine sich so sehr gewünscht hatte: Sie traf auf Menschen, die ihr helfen konnten. Ein von der CBM gefördertes Ärzteteam klärte sie und ihre Mutter auf, dass ein chirurgischer Eingriff Christines Erblindung heilen könne. Die 17-Jährige wurde im Krankenhaus operiert und kann nach dem Eingriff klar sehen, der Schleier vor ihren Augen ist weg. Dank der Spender der CBM hat die Mutter sogar weniger bezahlt als für manche Sehhilfe ihrer Tochter. Weitere Informationen gibt es unter www.cbm.de. red