Es ging sehr schnell, ohne Rechtsanwalt und mit Ankündigung. Aber was hinter allem steckte, war ein doppelter Vorwurf: Urkundenfälschung und falsche Verdächtigung. Deshalb hatte sich am Mittwoch ein 47-jähriger Lichtenfelser vor dem Amtsgericht zu verantworten.

Bei Kaufvertrag für Auto getrickst

Ruhig und gefasst saß der Angeklagte da, so etwas wie eine Formalität erfüllend. Der Mann war angehalten gewesen, 4600 Euro zu bezahlen. Doch das Geld hat er nicht, da sich sein Lebensstandard gesenkt hat.

Was warf ihm die Staatsanwaltschaft vor? Es ging um ein Auto der gehobenen Klasse, das er sich im Mai 2019 bestellt und für das er einen Vertrag abgeschlossen hatte. Doch an einem Punkt des Vertrages hatte er nichts angekreuzt: Dort, wo es hieß, ob er einen Importwagen oder keinen Importwagen haben möchte, ließ er die beiden Spalten frei. Es wurde weder ein Ja noch ein Nein angekreuzt.

Das hob sich der Mann laut polizeilicher Ermittlungen für daheim, für den Durchschlag des Vertrags und einen späteren Zeitpunkt auf. So kreuzte er die Spalte für das Nein an und begann zu behaupten, der Verkäufer habe ihn betrügen wollen und er habe einen zu hohen Preis für den Wagen bezahlt.

Die Folgen für den Verkäufer waren unangenehm, denn die Staatsanwaltschaft Stuttgart nahm Ermittlungen gegen ihn auf. Nach einer gewissen Weile sollten sich alle Verdachtsmomente zerstreuen, aber dafür geriet der 47-Jährige ins Fadenkreuz der Ermittler . Was er sich geleistet hatte, war Urkundenfälschung und eine falsche Verdächtigung.

Senkung der Geldstrafe

Bis dato hatte sich der Lichtenfelser, der selbst Kaufmann ist, nichts zu Schulden kommen lassen. Sein Bundeszentralregister weist keine Vorstrafen auf. Doch neben der Veränderung, die sein Register nun erfahren wird, gab es noch eine Veränderung in seinem Leben: Der Mann ist nun arbeitslos und nicht in der Lage, die gegen ihn verhängten 4600 Euro zu bezahlen. Denn bei der Strafverhängung war das Gericht von 1200 Euro als dem Betrag ausgegangen, den der 47-Jährige zur freien Verfügung gehabt hätte. Von seinem ehemals guten Gehalt ist aber wenig übrig geblieben, jetzt lebt der Mann von weit weniger als 1000 Euro.

Das sollte eine Senkung der Geldstrafe mit sich bringen. Nun wird der Verurteilte 1150 Euro zu zahlen haben. Doch die Verurteilung bleibt.