Zweimal drei Monate Haft, ausgesetzt zur Bewährung, ergingen am Donnerstag am Amtsgericht gegen einen afrikanischen Flüchtling. Neben einer Anzahl von Körperverletzungen sah es das Gericht auch als erwiesen an, dass er seine Frau gewürgt hatte.

In einer Unterkunft im östlichen Landkreis hatte der 24-jährige einer Bekannten im Januar 2020 gehörig zugesetzt: mit Faustschlägen ins Gesicht und gegen den Brustkorb sowie mit einem Gürtel. Das war gefährliche Körperverletzung .

Acht Monate später, am 22. September, würgte er seine 37-jährige Frau, und wie diese angab, tat er dies nicht wortlos: „I will kill you!“ (Ich werde dich umbringen) soll er gesagt haben. Das wiederum bedeutete eine gefährliche Körperverletzung nebst Bedrohung .

Nein, geschlagen habe er die 25-jährige Bekannte nicht, gleichwohl habe er Probleme mit ihr, erklärte der Angeklagte . Sie soll ihn auf „ Probleme mit seiner Frau“ angesprochen haben, darauf, dass sie zwar schwanger sei, das Kind aber nicht von ihm.

Was das Würgen seiner Ehefrau anbelangte, so habe er auch das nicht getan. Doch merkte der Angeklagte hierzu noch an, dass seine Frau „immer komisch wird, wenn sie schwanger ist“. Tatsächlich habe sie ihn auch angeschrien und Gegenstände nach ihm geworfen. Dieser Vorfall habe sich ereignet, als er das Kind zum Kindergarten gebracht hatte und in die Unterkunft zurückgekehrt war. So habe er erfahren, dass seine Frau den Hausmeister gebeten habe, ihn aus dem gemeinsamen Zimmer auszusperren. Und als er seine Sachen zusammenpacken wollte, habe sie diese durcheinandergebracht und dem Hausmeister erzählt, er hätte ihr etwas angetan.

Fotos von den Gürtelstriemen

Die erste Zeugin , jene 25-Jährige also, die mit Fäusten und Gürtel traktiert worden war, nannte als Grund dafür seine Wut wegen der Sache mit dem Kind. Doch habe sie, so die Zeugin , dieses Gerücht gar nicht in Umlauf gebracht. Eine nähere Befragung verhärtete allerdings den Eindruck, dass die Frau geschlagen worden ist, auch weil die Abdrücke des Gürtels einst auf ihrer Haut sichtbar waren und es davon Bilder gibt. Ein Indiz, das Staatsanwältin Anna Saam später in ihrem Plädoyer besonders hervorhob.

Die Ehefrau des Angeklagten gab im Zeugenstand vor, geschlagen worden zu sein, aber nicht zu sehr. Sie sei damals schwanger gewesen und es habe „Missverständnisse gegeben“. Das Würgen sei von den Worten „Ich werde dich umbringen“ begleitet worden. „Ich denke, er hat das aus Wut gesagt“, sagte die Frau, die ohne Belastungseifer auftrat. Auch hierin sollte das Gericht ein Indiz für die Wahrhaftigkeit der von ihr vorgebrachten Schilderung sehen.

Staatsanwältin Saam erachtete ein Jahr Haft auf Bewährung und 500 Euro Bewährungsauflage wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen nebst Bedrohung für angemessen. Das Urteil von Richter Matthias Huber lautete zweimal drei Monate. Für drei Jahre steht der Verurteilte unter Bewährung. MH