Zwar ist die Entscheidung des Gemeinderates gegen ein Lehrschwimmbecken gefallen, dennoch lassen sich die Mitglieder der Wasserwachtortsgruppe von Altenkunstadt auch dadurch nicht entmutigen und sehen die Schwimmausbildung von Kindern als eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Nach der Besserung der Corona-Pandemie konnten jetzt sogar wieder die Schwimmkurse beginnen.

Der Main gab einst die Veranlassung dazu, dass sich in Altenkunstadt vor mehr als 65 Jahren eine Wasserrettungsorganisation konstituierte. Sie war vor allem deswegen erforderlich, da es zur damaligen Zeit kaum Schwimmbäder gab und in Altenkunstadt aber schon eine Freibadeeinrichtung vorhanden war. Der Flusslauf bot dabei beste Voraussetzungen für die Ausbildung von Rettungsschwimmern .

Eine weitere wichtige Etappe begann für die Wasserwachtortsgruppe von Altenkunstadt , als in Burgkunstadt mit dem Kathi-Baur-Hallenschwimmbad eine neue Badeeinrichtung entstand. Schon zur damaligen Zeit war dieses Lehrschwimmbecken recht fortschrittlich mit einem sogenannten Hubboden ausgestattet.

Mit dem Abbruch des Hallenschwimmbades in der Schuhstadt begann auch für die Wasserwachtortsgruppe ein neuer Abschnitt, denn erneut mussten die Verantwortlichen auf die Suche nach einer Hallenbadeinrichtung begeben. Sie fanden dabei in Marktgraitz, in Küps und vor allem auch in Michelau offene Ohren für ihre Belange. Denn als Rettungsorganisation konnte es keinen Stillstand geben und die Jugendförderung und die Ausbildung mussten fortgeführt werden. Schon als das Schul- und Sportzentrum von Altenkunstadt aktuell wurde – dies vor mittlerweile 50 Jahren – sollte ein Hallenschwimmbad gebaut werden. Obwohl die Mitglieder des Gemeinderates damals mit dem Bus sogar bis nach Holland gefahren waren, um Schwimmbäder zu besichtigen, konnte keine Entscheidung getroffen werden. In den vergangenen Jahren kam wieder Bewegung in die Geschichte und viele in Altenkunstadt hofften, nachdem sich auch beachtliche Fördermöglichkeiten abzeichneten, dass nun endlich einmal „Nägel mit Köpfen gemacht werden“. Doch wie die letzte Gemeinderatssitzung zeigte, wird es kein Lehrschwimmbecken in Altenkunstadt geben. Vorstandsmitglied Herbert Sachs sagte am Rande einer Wasserwachtveranstaltung, dass dies für ihn persönlich eine traurige Entscheidung gewesen sei, denn eine solche Einrichtung könne auch den Fremdenverkehr beleben.

Die Schwimmausbildung ist also wieder gestartet, wenn auch nicht in Altenkunstadt . Bastian Groß, Leiter der Wasserwacht , freute sich darüber, dass die Vereinsmitglieder und die Kursteilnehmer das Hallenschwimmbad des Hotels Fränkischer Hof in Baiersdorf nutzen dürfen. Er bedankte sich und überreichte Christine Münch und Simone Seidel einen Blumenstrauß als kleine Anerkennung für diese freundliche Aufnahme. Dieter Radziej