Langeweile kennt der Redwitzer Stephan Pfadenhauer nicht. Zu tun gibt es immer etwas. Dabei denkt er nicht allein an sich, sondern engagiert sich vielseitig, auch zum Wohle anderer.

Seit 2012 ist er in der Kirchenverwaltung der katholischen Kirche in Redwitz aktiv. Dort ist auch seine Frau Alexandra im Pfarrgemeinderat tätig. Beide unterstützen sich gegenseitig und arbeiten eng zusammen. Große Feste und Projekte konnten sie gemeinsam mitgestalten, wie zum Beispiel den 50. Weihetag der Kirche . Kirchlich engagiert war er früher eher nicht, doch Engagement im Ehrenamt war für ihn bereits in jungen Jahren selbstverständlich.

Rechte Hand des Pfarrers

Als DLRG Rettungsschwimmer hat er aktiv im Küpser Schwimmbad Wach­stunden absolviert. Eine Leidenschaft war sicherlich sein Dienst in der freiwilligen Feuerwehr in Oberlangenstadt, bei der er bis zum Umzug nach Redwitz als Atemschutzgeräteträger und als Gruppenführer aktiv war. Als "rechte Hand des Pfarrers " sieht er sich nicht allein. Denn jeder aus dem Pfarrteam trage durch seine Mitarbeit am Ganzen bei. So stuft er seine Tätigkeit als Dienst für die Kirchengemeinde ein. In jungen Jahren war ihm die Bedeutung von Glauben und Kirche nicht so bewusst. Dies hat sich mit Ehe, Familie und seinen drei Kindern mit zunehmendem Alter , aber auch nach einer 2008 überstandenen schweren Erkrankung entwickelt. Den Glauben sieht er als einen festen Bestandteil im Leben, an dem man auch in schweren Zeiten Halt findet. Er bedauert, dass in der heutigen Zeit viele Menschen die Verknüpfung zum Glauben verloren haben.

Seine Leidenschaft für Fußball rührt daher, dass er sich aktiv beim SSV Ober- und Unterlangenstadt in seiner Jugendzeit versucht habe. Eine Knieverletzung stoppte seine weitere Karriere. "Das Fußballfieber liegt bei uns in der Familie", ist sich Pfadenhauer sicher. Sich selbst sieht er eher als talentfreien Ergänzungsspieler.

Im Jahr 2000 trat er dem FC Redwitz bei und übernahm gleich das Amt des Schriftführers, das er zwölf Jahre lang ausübte. Parallel dazu war er bis 2007 immer aktiv als Betreuer und Trainer für die G- bis D-Juniorenmannschaften im Fußball tätig. Eine Damenmannschaft ins Leben zu rufen war eine Vision, die er im Jahr 2008 hatte. Zehn Mädchen waren beim Auftakttraining der von ihm gegründeten "Minizicken" anwesend.

In den Folgejahren habe sich der FC im Juniorinnenbereich kontinuierlich weiterentwickelt. "Von alleine geht da allerdings nichts", erinnert sich Pfadenhauer zurück. Die Juniorinnen im Frauenfußball an den Start zu bringen, sieht er auch als Verdienst seiner kompetenten und motivierten Mitstreiter. Als Neuling in der Kreisklasse der Frauen 2015 gestartet, gelang auf Anhieb der Aufstieg ungeschlagen in die Kreisliga. Der Erfolg spiegelt sich auch positiv im Zusammenhalt und in den gemeinsamen Unternehmungen wider.

Redwitz hat einen guten Ruf

Im Laufe der letzten Jahre hat es sich dann herumgesprochen, dass in Redwitz erfolgreich Fußball gespielt wird. Aus der eigenen Jugend kommen immer wieder sehr gute Spielerinnen nach, aber auch aus anderen höherklassigen Vereinen haben sich bereits mehrere Frauen und Mädchen der Damenmannschaft angeschlossen. Zwischenzeitlich sieht Pfadenhauer die Damen als ein Aushängeschild für den Verein. Vor allem bringen sich immer mehr Frauen durch Übernahme von Funktionen in der Vorstandschaft im Verein ein.

Frauenfußball keine Modeerscheinung

Der Frauenfußball ist keine Modeerscheinung, was die Zahl von rund 70 weiblichen Mitgliedern beim FCR unterstreicht. Beim Thema Fußball sieht sich Pfadenhauer auch als Fan oder Fanatiker. Als Coach trainiert er aktuell die D-Juniorinnen und versucht, als Leiter der Juniorinnen den Bereich voranzubringen. Für die Damen ist er weiterhin Spielleiter. Nach über 20 Jahren durchgängig aktiver Tätigkeit auf dem Fußballplatz in vielen Funktionen möchte Pfadenhauer künftig kürzertreten, insbesondere vor dem Hintergrund, dass er in naher Zukunft Opa wird. Dass alles nur mit einer starken Frau an der Seite möglich ist, weiß er und quittiert seinen Dank mit einem Lächeln an sie. Auch wenn Frauenfußball sicherlich nicht so athletisch ist wie im Herrenbereich, lässt er sich gut anschauen und es macht wirklich Freude hier zuzusehen, sagt Pfadenhauer. Gegen den Ball tritt er noch gerne bei den Trainingseinheiten auf dem Platz mit seinen Juniorinnen.

Thomas Micheel