In den nächsten Wochen streifen die Förster der Forstverwaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg/ Lichtenfels wieder durch die Wälder im Coburger Land und am Ober­main. Sie sind unterwegs, um festzustellen, wie sich die heimischen Wälder verjüngen, also welche jungen Bäume nachwachsen und ob sie durch Wildverbiss geschädigt sind.

Eine Auftaktveranstaltung kann aufgrund der aktuellen Lage nicht stattfinden. Christoph Hübner, Bereichsleiter Forsten am AELF Coburg, erläutert, dass die Verjüngungsinventur alle drei Jahre stattfinde. Die Grundlage dafür stehe im Bayerischen Jagdgesetz . Dort sei festgelegt, dass bei der Abschussplanung für Rehe vorrangig der Zustand der Waldverjüngung zu berücksichtigen sei. "Die Förster des AELF Coburg werden bis Mitte April an rund 500 Inventurpunkten rund 30 000 junge Waldbäumchen begutachten", so Hübner. Wenn Rehe zu viele Knospen abbeißen oder Rehböcke mit ihrem Gehörn die Rinde der Stämmchen abstreifen, kann dies zum Absterben der jungen Pflanze führen. Dabei sei oft weniger die bloße Anzahl an geschädigten Bäume entscheidend, sondern insbesondere, welche Baumarten verbissen werden.

"Unglücklicherweise mögen die Rehe gerade die Baumarten besonders gerne, welche wir für unsere warme und trockene Region besonders brauchen, nämlich Eichen, Elsbeeren und auch Tannen", so Hübner. "Dagegen lassen sie Fichte und Kiefer oft unbehelligt. So kann sich die Baumartenmischung genau in die Richtung verschieben, welche ungünstig für die von Trockenheit und Borkenkäfer geschädigten Wälder sind.

Christoph Hübner weist darauf hin, dass es sich bei der Verjüngungsinventur um ein transparentes Verfahren handle. Alle Jagdvorsteher und Jäger seien angeschrieben worden und konnten sich zur Teilnahme an der Inventur anmelden. Die aufgenommenen Daten werden von der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft ausgewertet und die Ergebnisse im Sommer an alle Jagdvorsteher und Jäger versandt. Dabei wird das Gutachten weiterentwickelt. Insbesondere werden die Auswertungen erweitert und den Wünschen der Beteiligten angepasst. So auch in diesem Jahr. Hübners Aufgabe ist es dann, für die 14 Hegegemeinschaften mit durchschnittlich jeweils 18 Jagdrevieren die Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung zu erstellen. red