Der Geschichtsverein Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) lädt für den morgigen Donnerstag, 11. März, um 18.30 Uhr zu einem Online-Vortrag ein. Kreisheimatpfleger Thomas Schwämmlein M.A. aus Sonneberg berichtet über die Rittergüter Rauenstein und Thundorf, den schaumbergischen Gesamtbesitz und sein Ende.

"Schaumbergische Ganerben des Burgfriedens zu Rauenstein und des Burggraftums zu Thundorf" war über drei Jahrhunderte - vom späten 15. bis zum frühen 18. Jahrhundert - die gebräuchliche Bezeichnung für die Sachwalter des Gesamtbesitzes der niederadligen Familie .

Eine Art Eigentümergemeinschaft

Eine moderne Darstellung der Verbindungen zwischen dem südthüringischen Rauenstein (Gemeinde Frankenblick, Landkreis Sonneberg) und dem unterfränkischen Thundorf (Landkreis Bad Kissingen) fehlt bis heute. Ganerbschaften, eine Art Eigentümergemeinschaft zur Wahrung familiärer Rechte, gab es in Franken nicht gerade wenige.

Doch darf der schaumbergischen Ganerbschaft eine gewisse Prominenz zugebilligt werden, weil sie Eingang in die staatswissenschaftliche Literatur des 18. Jahrhunderts gefunden hat. Gekennzeichnet war die Geschichte des Gesamtbesitzes von ständigen Auseinandersetzungen der adligen Familie mit der Landesherrschaft in der sächsischen Pflege Coburg wie im Hochstift Würzburg, von sehr komplizierten Vermengungen von Reichslehen, sächsischen und würzburgischen Mannlehen und Eigenbesitz sowie von mitunter langwierigen Prozessen vor dem Reichshofrat.

Keine Voranmeldung nötig

In beiden Orten haben sich als Zeugnisse schaumbergischer Herrschaft die Reste der mittelalterlichen Burgen sowie frühneuzeitliche Schlossbauten erhalten. Der Vortrag ist öffentlich. Er ist kostenfrei und ohne Voranmeldung zugänglich. Die Zugangsdaten sind auf der Homepage des CHW (www.chw-franken.de) beim jeweiligen Termin angegeben. red