Kurz nach ihrem 75. Geburtstag verstarb Schwester Christine Körberlein in Vierzehnheiligen . Sie wurde am 10. April 1946 in Obergreuth im Landkreis Bamberg als erstes Kind von drei Geschwistern geboren und auf den Namen Maria getauft.

Ihren Wunsch, an eine Realschule überzutreten, stellte sie zurück, weil sie die Eltern mit Haus und Hof und den jüngeren Geschwistern nicht allein lassen wollte. Sie nutzte die freie Zeit für Weiterbildungen, lernte Stenografie und Maschinenschrift, absolvierte einen Kurs für Schwesternhelferinnen und las sehr viel. Als die Geschwister älter waren, folgte Maria einem stillen, lang gehegten inneren Wunsch: Sie bat um Aufnahme bei den Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen . Durch ihre Tante, Schwester Godeberta, waren ihr die Franziskusschwestern vertraut; franziskanische Werte zogen sie an. Am 16. Mai 1967 trat Maria in die Kongregation als Kandidatin ein. Am 29. September 1969 wurde Maria eingekleidet und erhielt den Namen Schwester Christine. Im zweiten Noviziatsjahr begann sie die Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin in Köln-Hohenlind, die sie auf Wunsch der Ordensleitung begann. Nach ihrem Examen 1973 übernahm die Verstorbene als leitende MTA die Röntgenabteilung des Waldkrankenhauses St. Marien in Erlangen und führte diese 15 Jahre lang. Beim Generalkapitel 1988 wurde Schwester Christine zur Generalassistentin gewählt und kurz darauf zur Oberin des Mutterhauskonventes ernannt. Hier warteten völlig andere Aufgabenbereiche mit völlig anderen Schwerpunkten. Damals waren Konvents- und Wirtschaftsleitung in einer Hand. Gestützt durch Schwester Judith gelang es ihr jedoch in wenigen Monaten, in ihre Rolle hineinzuwachsen, die Herzen zu gewinnen und nötige Veränderungen anzugehen. Dass Schwester Christine beim Generalkapitel 2000 zur Generaloberin gewählt wurde, überraschte sie selbst wohl am meisten. Was sie in ihren zwölf Jahren Amtszeit initiiert, begleitet, geschultert und geprägt hat, ist immens. Trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer Rundumbeanspruchung bewahrte sich Schwester Christine ein Herz für alles Geschaffene, umhegte Pflanzen und war fasziniert sowohl vom Makro- als auch vom Mikrokosmos. Überregional wurden ihre Leistungen 2008 mit der Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken in Silber, 2011 mit der Bonifatiusmedaille durch Erzbischof Ludwig Schick und 2014 mit dem Bayrischen Verdienstorden durch Innenminister Horst Seehofer gewürdigt. gkle