„In der Region sind etwa 50 Prozent der Beschäftigten tarifgebunden. In den letzten Jahren sei hier ein erheblicher Rückgang zu verzeichnen“, darauf wies DGB-Kreisvorsitzender Heinz Gärtner bei der letzten Zusammenkunft des Lichtenfelser DGB-Vorstands hin. Im Mittelpunkt des Abends standen Tarifflucht und der Arbeitsschutz im Zusammenhang mit der Pandemie.

Tarifflucht, so Gärtner, schade wegen einer verminderten Kaufkraft der betroffenen Arbeitnehmer den öffentlichen Haushalten, insbesondere auch denen der Kommunen, den Sozialversicherungsträgern sowie dem Handel. Wer in Bayern nicht nach Tarif entlohnt werde, habe durchschnittlich jährlich rund 1700 Euro weniger zur Verfügung als ein tarifgebun-dener Kollege. Bei Teilzeitbeschäftigten betrage dieser Unterschied im Durchschnitt sogar 2700 Euro . Nach Berechnungen der Gewerkschaften entgehen daher in Bayern den Sozialversicherungen jährlich 3,6 Milliarden Euro sowie Staat und Kommunen 2,3 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Die Kaufkraft werde um etwa 4,9 Milliarden Euro gemindert.

Gegen den Lohndruck

Die Anwesenden waren sich einig, dass in der Region die Vergabe öffentlicher Aufträge mit Tarifgebundenheit einhergehen sollte. Es müsse endlich aufhören, dass mit öffentlichen Aufträgen sowie Förderungen Lohndrückerei unterstützt werde und Unternehmen, die ihrer sozialen Verantwortung nachkommen, benachteiligt werden. Bedeutende Mittel für den sozialen Ausgleich sowie notwendige Investitionen in Infrastruktur, Gesundheit und Bildung würden fehlen.

Der DGB-Kreisvorstand begrüßte, dass im Rahmen der Änderung des Infektionsschutzgesetzes Regelungen des Arbeitsschutzes ergänzt werden. Dies verschaffe den Beschäftigten in der Region mehr Schutz. Eine 3G-Regelung, so Organisationssekretär Bastian Sauer, müsse demnach in Unternehmen gelten, wenn physische Kontakte unter den Beschäftigten nicht ausgeschlossen werden können. Der Arbeitgeber sei grundsätzlich verantwortlich für die Überprüfung der Nachweise vor dem Betreten einer Betriebsstätte. Es sollte eine Liste mit den Namen der Beschäftigten hierzu geführt werden. Die erfassten Daten seien spätestens nach sechs Monaten zu löschen und zu vernichten.

Der DGB-Kreisverband Lichtenfels ist im Berufsschulbeirat sowie im Jobcenterbeirat und Kreisjugendring vertreten. Dem Berufsschulbeirat werden sich Heinz Gärtner, dem Jobcenterbeirat Dirk Sander und für den Kreisjugendring Oliver Agel und Roland Leicht widmen. Für den Verhinderungsfall wurde jeweils als Vertreter Peter Zillig bestimmt. red