Willi Steinberg, Bewohner des Awo-Sozialzentrums Redwitz : „Ich lebe seit neun Jahren hier. Ich habe hier viel Auf und Nieder erlebt, aber wie schlecht die Situation für die Pflegekräfte nun ist, das tut mir leid. Die Mitarbeiter brauchen bestimmt ein Drittel ihrer Zeit für Schreibarbeit! Für die Pflege selbst bleibt nicht viel übrig und das macht die Mitarbeiter auch traurig!“

Carmen Kluck, 53, Pflegedienstleiterin: „Mein Beweggrund damals war, dass ich alten Menschen helfen will. Ich wollte einen Beruf mit Berufung, der mich glücklich macht. Wenn ich in den Augen einer Pflegekraft pure Erschöpfung erkenne und ich nichts dagegen tun kann, sondern sie sogar fragen muss, ob sie noch einen zusätzlichen Dienst übernimmt, dann sind das schlimme Momente. Die Senioren verbringen hier ihren Lebensabend und haben eigentlich alles verdient, was ihren Bedürfnissen entspricht. Und wir können ihnen oft nicht gerecht werden. Manchmal auch nicht, wenn man einen Sterbenden an seinem Bett begleiten möchte.“

Lisa Teichtweier, 25, Pflegedienstleiterin: „Wenn ein Mann zu Hause mir ein Fotoalbum zeigen möchte und ich sehe, wie glücklich er mit all diesen Erinnerungen ist, und ich aber gar keine Minute Zeit habe, dann macht mich das unendlich traurig. Heute weiß jede Pflegekraft, wenn ich vier Tage frei habe, muss ich an zwei Tagen davon einen Kollegen vertreten.“