Was war das für ein Bellen, Wiehern und Miauen – der heilige Franziskus hätte seine helle Freude gehabt. Etwa 100 Herrchen und Frauchen aus dem Landkreis und weit darüber hinaus hatten sich bei herrlichem Wetter am Sonntagnachmittag vor der Basilika versammelt, um ihre Lieblinge segnen zu lassen und den Schutz des heiligen Franziskus zu erflehen.

Die Franziskaner in Vierzehnheiligen laden seit Jahren Tierbesitzer aus nah und fern ein. Am Tag vor dem Franziskusfest findet diese besondere Andacht statt, bei der die Tiere gesegnet werden. Dem Ganzen geht aber der Glaube an einen liebenden Gott voraus. Und dieser Glaube ist wiederum die Sache des Menschen. „Wir sind diejenigen, die sich an Gott wenden und ihn bitten, damit er unsere Tiere segnet. Also auch uns ein Bewusstsein verleiht, wie wir uns nicht nur um die eigenen Tiere sorgen, sondern den Blick auf alle Lebewesen erweitern. So hat Gott alle Menschen in die Pflicht genommen, sich um die Schöpfung zu kümmern und für diese zu sorgen“, betont Pater Stanislaus. Klimaschutz , Erderwärmung , Umgang mit Ressourcen, Massentierhaltung, Umweltschutz – das sind nicht nur irgendwelche Begriffe, die nahezu täglich in den Nachrichten genannt werden, sondern das sind Aufgaben, denen wir uns alle stellen müssten. „So bitten wir Gott darum, dass die Menschen vernünftiger mit der Natur umgehen, damit auch die Tiere an dem Segen Gottes tatsächlich teilhaben“, appelliert Pater Stanislaus zum Schluss. Denn ausgerechnet der Heilige aus Assisi gilt als Vorbild und Patron der Naturschützer . Bereits im 13. Jahrhundert rief Franziskus ins Bewusstsein, dass wir alle in der Natur Verantwortung und Fürsorge tragen.

Von Katze bis Pferd

Nach Gebet und Gesang ging Pater Stanislaus durch die Reihen und segnete die zahlreichen Haustiere von der süßen Katze bis zum prächtigen Pferd sowie ihre Herrchen und Frauchen.

Die Geschwister Erna (8 Jahre) und Käthe (4 Jahre) hatten drei Kätzchen in einer Transportbox mitgebracht. „Geboren sind die drei Kätzchen im Klostergarten. Die Katzenmutter hat sie dann zu uns gebracht und jetzt sind sie bei uns untergebracht“, erzählt Mama Marion von der ortsansässigen Brauerei.

Ein absoluter Hingucker bei der Segnungsfeier waren sicherlich Drogo, Freddy und Flavius, drei Alpakas die Maria, Jonas und Lena aus Wolfsdorf mitbrachten. Das Alpaka ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelform, die dort vorwiegend wegen ihrer Wolle gezüchtet wird.

Schwester Miriam hielt die Hühner aus dem Mutterhaus fest und Schwester Dorothea streichelt zusammen mit Diego liebevoll Max, den Hasen aus dem Konradshof. Hoch zu Ross kamen Sandra und Leonie aus Unterfranken mit ihren Pferden Jazzper und Karlchen nach Vierzehnheiligen . „Letztes Jahr haben wir im Internet erfahren, dass es eine Tiersegnung hier gibt. Unser Anhänger steht auf dem Wanderparkplatz bei Klosterlangheim und Mittag sind wir dann los geritten“, erzählen die Pferdebesitzer.

Lange Tradition

Christine und Renate aus dem Bamberger Land kommen schon seit Jahren zur Tiersegnung nach Vierzehnheiligen , immer mit dabei die Hundedamen Lucy und Lilly. Da Lucy schon 16 Jahre alt ist, durfte sie im Hunde-Buggy Platz nehmen.

Mit acht Hunden waren Bianca und Angelika aus Bad Kissingen bei der Segnungsfeier dabei. „Es handelt sich dabei um sogenannte Tierschutzhunde, die aus Italien, Rumänien, Ungarn und Deutschland stammen. Zwei davon liegen im Hunde-Buggy, einer hatte durch einen Kampf nur noch drei Beine und der andere ist einfach zu bequem zu laufen“, erzählt Bianca. red