Zu einer Sondersitzung zur Verabschiedung des Haushalts 2022 trafen sich die Gemeinderäte von Redwitz mit Bürgermeister Jürgen Gäbelein im Bürgerhaus. Der Etat wurde einstimmig gebilligt.

Zuvor stand eine Änderung des Bebauungsplans „ Redwitz Ort“ für eine Flurnummer an. Da auf diesem Grundstück eine Straße eingeplant war, die aber nie gebaut wurde, sollte die Verkehrsführung geändert und die überbaubaren Flächen erweitert werden zugunsten eines Wohnhausbaus. Die Änderung wurde einstimmig angenommen.

Kämmerer Tobias Grünbeck gab die wichtigsten Daten zur Jahresrechnung 2021 bekannt. Er beschrieb die Faktoren für die positive Entwicklung der gemeindlichen Finanzen: Gewerbesteuermehreinnahmen, finanzielle Unterstützung durch den Freistaat mit der Kompensation der coronabedingten Gewerbesteuerausfälle und höhere Überlassung des Aufkommens aus der Grunderwerbssteuer und letztlich auch die Verschiebung geplanter Bauprojekte. Dadurch, so Grünbeck, entfiel die geplante Darlehensaufnahme in Höhe von 976.000 Euro .

Im nächsten Punkt der Tagesordnung erläuterte der Kämmerer die wichtigsten Daten des Haushalts 2022. In diesem Jahr, so Grünbeck, müsse die Gemeinde Redwitz durch den Wegfall der Schlüsselzuweisung und wegen der enorm gestiegenen Kreisumlage auf ihre Rücklagen zurückgreifen, die in den letzten beiden Jahren gebildet werden konnten. Das bereits prognostizierte Defizit falle jedoch weitaus geringer aus als gedacht, da unverhoffte Gewerbesteuerkompensationszahlungen eingegangen seien. Auch hätten die Realsteuerhebesätze eine moderate Anhebung erfahren.

Für die im Vermögenshaushalt veranschlagten Investitionen sei keine Kreditaufnahme nötig. Die Deckung könne aus vorhandenen Rücklagen erfolgen. Dies führe dazu, dass die Schulden von 1.243.536 auf 1.074.036 Euro zurückgehen werden; das entspreche einer Pro-Kopf-Verschuldung von 316 Euro (der Landesdurchschnitt liegt bei 599 Euro ).

Die Rücklagen sinken

Durch die Investitionen in Großprojekte wie Turnhalle, Schule und Freibad werden sich laut Kämmerer die Rücklagen in 2022 von 3.209.252 Euro auf 1.925.600 Euro reduzieren.

Tobias Grünbeck appellierte an den Gemeinderat , trotz der weitgehend positiven Lage nach Einsparpotenzialen zu suchen. Bürgermeister Gäbelein verwies auf den in Redwitz gegründeten „Energiezirkel“, der sich unter dem Motto „Fit für die Zukunft“ mit Einsparmöglichkeiten auf dem Energiesektor auseinandersetzen wolle.

Ein Ausblick auf die Finanzplanungsjahre 2023 bis 2025 zeigt den Angaben zufolge, dass nach der Abarbeitung der großen Investitionsmaßnahmen (Bürgerhaus und Hölleinplatz) in den Folgejahren weitere Verpflichtungen auf Redwitz zukommen. Aufgrund der zu erwartenden abschmelzenden Rücklagen werden in Zukunft nicht mehr so viele Großprojekte in so kurzen Zeitabständen finanzierbar sein, hieß es.

Der Bericht von Kämmerer Tobias Grünbeck schloss mit einigen Statistikdaten: Die Einwohnerzahl zum 30. Juni 2021 betrug 3400 Personen, die Gesamtfläche 1466 Hektar, und es sind circa 25 Kilometer Gemeindestraßen zu unterhalten. Die Hebesätze für Grundsteuer A und B wurden auf 320 Prozent angehoben, der Hebesatz für die Gewerbesteuer liegt bei 340 Prozent.

„Manches wurde 2021 nicht ausgegeben, was im Plan war, dies wird auch 2022 so sein“, resümierte Bürgermeister Gäbelein. „Unser Fokus wird in Zukunft auf Verschlanken, Einsparen und Kompensieren von Kostensteigerungen liegen.“