Nach dem Vorbild eines beliebten Kinderbuchs konnte die Direktorin der Grundschule , Heike Klimke, ihren Traum einer eigenen Pommesbude auf dem Schulhof verwirklichen. Dahinter steckt ein engagierter Elternbeirat , der die Aktion organisierte und coronakonform rund 60 Portionen Pommes an die Schüler verteilen konnte.

Schon bald lockte der köstliche Pommesduft eine Menge Feinschmecker an … Es scheint genauso wie im Kinderbuch „Roger’s Pommesbude“ von Rogé zu sein. Doch statt einer fiktiven Stadt bildet der Pausenhof der Grundschule den Rahmen für die außergewöhnliche Aktion „Heike’s Pommesbude“, die der örtliche Elternbeirat für die Schüler organisiert hatte. Im Buch heißt es: „Roger war ein nachdenklicher Dackel. Seine Gedankengänge waren noch länger als sein langgezogener Hotdog-Körper. Er machte sich Gedanken zu ungewöhnlichen Themen.“ So charakterisiert sich auch die Rektorin Heike Klimke, die für ihren regelmäßigen Morgengruß an die Schüler per E-Mail aus einem breiten Fundus an Kinderbüchern schöpft. So auch im 51. Morgengruß in der vergangenen Woche geschehen, was bedeutet: Viele der Mädchen und Jungen waren seit knapp zehn Wochen nicht mehr an der Schule , das bereitet ihr große Sorgen. Sie überlegt und träumt vor sich hin … und stellt sich vor, wie es wäre, wenn sie gerade in der jetzigen Situation eine Pommesbude im Schulhof eröffnen würde?

Motivation und Ehrgeiz

Der Elternbeirat zeigte Motivation und Ehrgeiz: Spontan organisierte das fünfköpfige Gremium um Stephan Wilm einen Imbisswagen, den die Metzgerei Mantel aus Zettlitz kostenlos zur Verfügung stellte und den die Gemeinde für die Schule abholte. Am Vorabend der Veranstaltung trafen sich einige Elternbeiräte zum Vorfrittieren der Leckerei. Tags drauf schlemmten im Halbstundentakt zunächst die Viertklässler , deren Präsenzunterricht gerade zu Ende gegangen war. Anschließend trafen die Schüler der restlichen Klassen, die ihre Wochenunterlagen aus dem Home-schooling in die bereitgestellten Boxen zur Korrektur legten, ein. Sie reihten sich mit Maske und Abstand vor der Pommesausgabe ein. Genauso, wie es geplant war. Schließlich hatte Schulamtsdirektorin Stefanie Mayr-Leidnecker die Aktion so im Landratsamt absegnen lassen. Vor Ort lobt sie die Idee und deren Umsetzung: „Das ist etwas ganz, ganz Tolles. Ich höre immer wieder von Eltern und Lehrern , wie schwer es ist, die Motivation der Kinder aufrechtzuerhalten. Hier draußen gelingt das heute aber!“

In der Vorwoche waren Pommes allgegenwärtig im Unterricht – für alle Schüler und fächerübergreifend. So wurde die Geschichte von „Roger’s Pommesbude“ nicht nur als Text im Deutschunterricht behandelt, sondern auch gleich das Kapitel „doppelte Mitlaute“ vertieft. Auch die Mathematik beteiligte sich: Dort wurden, je nach Altersstufe, Aufgaben mit „Pommes“-Themen gelöst oder Pommesbuden als geometrische Körper erstellt. Fotos davon zierten die Pommesbude ebenso wie Gemälde aus dem Kunstunterricht .

Die Pommes gab der Elternbeirat an die Schüler aus, der die Leckerei auch finanzierte. Ebenso hatte dieser mit Stephan Wilm eine Fotobox zur Verfügung gestellt, mit Hilfe derer die Mädchen und Jungen Erinnerungen an die Aktion „schießen“ konnten. Diese soll sie weiter motivieren: „Dass ihr kleines Herz gesund bleibt und sie weiter sagen können: Ich bin Kind.“ Das ist das Ziel der Rektorin, die viele weitere Aktionen während der Pandemie mit den Lehrern auf die Beine stellt. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Kathrin Hoffmann rät sie Kindern und Eltern, das triste Leben ohne Schulbesuch bunt zu machen, sich Zeit zu nehmen für Besonderes und im Rahmen der Sicherheits- und Hygienemaßnahmen einzelne Kontakte zu Gleichaltrigen zu ermöglichen. „Das kann man als Eltern nicht ersetzen“, so die Konrektorin.