„Die Arbeit geht einem Bürgermeister nie aus und sollte auch nie ausgehen, denn nur so ist es gewährleistet, dass es in einer Gemeinde vorangeht“ , erklärt Jochen Partheymüller . In Marktgraitz hat sich in den letzten 25 Jahren viel getan, und wenn man die künftigen Planungen betrachtet, gehen ihm offenbar die Ideen nicht aus.

Im Gemeinderat sind nur noch Georg Bülling und Uwe Bornschlegel seit 1996 dabei. „Wir sind immer gut miteinander klargekommen. Sicher hat es auch im Kommunalpolitischen gegensätzliche Meinungen gegeben. Aber nachdem diese ausgeräumt waren, ging es wieder weiter. Es ist nichts Negatives hängengeblieben“, resümiert Partheymüller. Beschlüsse seien meist gemeinsam gefasst worden und für die Bevölkerung auch verständlich und transparent gewesen. So sei in den meisten Fällen überparteilich gearbeitet worden.

Auch die Zusammenarbeit in der Verwaltungsgemeinschaft mit Redwitz bezeichnet Partheymüller als „so gut wie noch nie“. Besonders in den letzten Jahren habe sich vieles wesentlich verbessert, nachdem es oft nicht einfach gewesen sei: „Wir waren nur ,Juniorpartner‘, und dem fehlte halt oft das Gewicht.“

Stolz auf die geleistete Arbeit

Als Jochen Partheymüller bei der Kommunalwahl 2014 ohne einen Gegenkandidaten mit 80 Prozent der Stimmen gewählt und im Jahr 2020 bei zwei Gegenkandidatinnen mit über 52 Prozent wiedergewählt wurde, war er schon „ein wenig stolz auf die geleistete Arbeit“, die von den Bürgern so honoriert worden sei. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt, die Erneuerung und Verbesserung des Ortsbildes, der Kanal- und Straßenbau, die Neubaugebiete und ein schnelles Internet in Marktgraitz bereits im Jahr 2010 sind besonders nachhaltig in Partheymüllers Bilanz als Bürgermeister eingeflossen. Doch sind es auch Themen, an denen in einer Kommune immer weiter gearbeitet werden muss. Darüber definierten sich dann auch die Ziele für die Zukunft, erläutert er. „Es muss immer etwas passieren, denn Stagnation ist Rückschritt. Die Organe der Marktgemeinde und ich als Bürgermeister müssen alles so lebenswert wie möglich gestalten, damit sich die Menschen hier wohlfühlen.“ Ein Plus sei über die vielen Jahre gewesen, dass auch die Bürger selbst viel beigetragen hätten. So sei vor 25 Jahren klar gewesen, dass die 925-Jahr-Feier des Ortes weder von der Öffentlichkeit noch von der Gemeinde alleine zu schultern war, erzählt Partheymüller. So sei 1996 ein Gemeindefest mit vielen Attraktionen, Feiern, Konzerten und weiteren Veranstaltungen über das ganze Jahr entstanden. Diese Art Zusammenarbeit sei geblieben.

Viel Freizeit hat Partheymüller mit seiner Doppelfunktion als Architekt und Gemeindeoberhaupt nicht. Auch im familiären Bereich war es zeitlich nicht immer einfach. „Das Familienleben und das Bürgermeisteramt sind irgendwie zusammengewachsen“, meint er schelmisch.

„Don Camillo und Peppone“

Als sehr dankbar bezeichnet das „Graatzer“ Gemeindeoberhaupt die Zusammenarbeit mit den drei katholischen Geistlichen Pfarrer Gerhard Möckel, Dekan und Pfarrer Michael Schüpferling und dem jetzigen Pfarrer und Dekan Lars Rebhan während seiner Amtszeit: „Es war und ist immer ein prima Einvernehmen, ja gar persönliches Verhältnis gewesen.“ So sei es für ihn eine Ehre gewesen, wenn er und Pfarrer Möckel hinter vorgehaltener Hand als „Don Camillo und Peppone“ bezeichnet wurden.

Als schade sieht er es an, dass die Gastronomie in Marktgraitz rückläufig ist. Er könne sich an über 20 Schankstellen oder Gastwirtschaften, als er ein Kind war, erinnern. Deshalb sei es wichtig, dass mit dem „Goldenen Lamm“ und dem Sportheim zwei gesellschaftliche Anlaufstellen da sind und mit der „Rosenauer Hofbräu “ eine weitere dazugekommen ist.

„Politik für den Bürger und nicht für eine Ideologie“, gibt Partheymüller am Ende des Gespräches als seine Devise aus. Und sofort blitzt sein zielgerichtetes Denken wieder auf: Es bleibe zu hoffen, dass es bald zur einer Gründungsversammlung der Gesellschafter für einen Dorfladen kommt. Die Corona-Pandemie habe dies bisher verhindert, ebenso ein Fest zum 950-jährigen Bestehen der Gemeinde Marktgraitz . Partheymüller zeigt einen frisch hergestellten Erinnerungskrug und sagt: „Mal sehen, was noch möglich ist.“

Lob auch von Landrat Christian Meißner

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung gratulierte das Gremium mit Zweitem Bürgermeister Richard Gesslein an der Spitze Jochen Partheymüller zum Dienstjubiläum. Gesslein dankte ihm für alles, was er in den 25 Jahren für die Marktgemeinde geleistet habe. Er lobte den Konsens im freundschaftlichen Sinne, den Partheymüller im Gemeinderat pflege.

Auch Landrat Christian Meißner lobte Jochen Partheymüller : „Dieses stolze Dienstjubiläum zeugt von großem Vertrauen, das die Bürger dem Bürgermeister bei fünf aufeinanderfolgenden Wahlen ausgesprochen haben. Er hat Marktgraitz geprägt und in Zeiten, in denen gerade kleine Kommunen mit der Abwanderung kämpfen, die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Marktgraitz eine attraktive Wohnortgemeinde ist und bleibt.“