„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ – diese alte Redensart machten sich die Mistelfelder Wallfahrer zu eigen und zogen coronabedingt mit vier Wochen Verspätung zur Wallfahrtskirche nach Gößweinstein. Einen herzlichen Empfang bereiteten die Angehörigen und die Mistelfelder den 30 Teilnehmern der dreitägigen Wallfahrt , die die Pfarrei Mistelfeld und Klosterlangheim bereits zum 173. Mal veranstaltete.

Nach einem kurzen Wortgottesdienst war die Wallfahrt am Freitag, 14. Juni, gegen 4.30 Uhr nach Gößweinstein gestartet. Der Pilgerweg führte traditionell über Klosterlangheim, Lahm, Eichig und Bojendorf nach Kleinziegenfeld. Dank der zu diesem Zeitpunkt noch guten Inzidenzwerte konnte nach rund 16 Kilometern wie gewohnt in der dortigen Gastwirtschaft eine Frühstückspause eingelegt werden. Über Wotzendorf, Eichenhüll und Krögelhof ging es nach Hollfeld, wo zu Mittag gegessen wurde. Der Weg führte weiter nach Stechendorf und zur Einkehr in Nankendorf, bevor am frühen Abend das Etappenziel Waischenfeld erreicht wurde.

Den Wallfahrern kam es aufgrund der wechselhaften Witterung und der damit verbundenen Strapazen am Freitag ganz recht, etwas länger schlafen zu können. Denn anders als gewohnt um 4 Uhr machten sich die Pilger erst gegen 6 Uhr auf den Fußmarsch nach Gößweinstein, wo sie mit weithin hörbarem Glockengeläut empfangen wurden. Hier wurde ab 9 Uhr der Wallfahrergottesdienst gefeiert. Auch eine stattliche Anzahl ehemaliger Wallfahrer und Angehörige war in die Basilika gekommen. Im Anschluss wurde gemeinsam hoch über Gößweinstein der Kreuzweg gebetet. Am frühen Nachmittag wurde der Rückweg nach Waischenfeld angetreten.

Durchdachtes Hygienekonzept

Wallfahrtsführer Thomas Hiller und sein Stellvertreter Jürgen Panzer hatten ein durchdachtes Hygienekonzept ausgearbeitet. Jeder Teilnehmer musste täglich durch einen Schnelltest nachweisen, dass er negativ ist. Auch Geimpfte und vollständig Genesene unterzogen sich teilweise den Tests, um ihre Solidarität zu zeigen. In Waischenfeld standen die Malteser an zwei Tagen für die Testreihe zur Verfügung.

Die Wallfahrt war mit der Diözese Bamberg und dem Landratsamt Lichtenfels abgestimmt und auf maximal 50 Personen begrenzt. Es wurde auch so gut wie möglich auf den Abstand von 1,5 Metern geachtet.

Am Sonntag wurde um 4 Uhr der Heimweg angetreten. Nach der kurzen Nacht ging es den direkten Weg nach Hollfeld, um dort in der Stadtpfarrkirche den Sonntagsgottesdienst feiern zu können. Pfarrer Bernhard Simon hat dort zum letzten Mal „seine Mistelfelder“ begrüßt, denn er geht im Herbst dieses Jahres in den Ruhestand. Am Sonntagabend erreichten die 30 Pilger schließlich Mistelfeld, wo sie von Angehörigen mit Blumensträußen empfangen wurden. Mit dem sakramentalen Segen und dem gemeinsam gesungenen Abendlied „Leise sinkt der Abend nieder“ fand die Wallfahrt einen würdigen Abschluss. Begleitet wurde sie wie alle Jahre von einer Abordnung der Leuchsentaler Blasmusik . Die neun Wallfahrtsmusiker unter der Leitung von Karlheinz Kerner unterstützten die Pilger bei ihrem Gesang und sorgten auch bei einem fränkischen Abend am Samstag in Waischenfeld für Stimmung.

Natascha Mahr (Wallfahrtsmusikerin) und Alwin Fischer (Fahrer für Transportfahrzeug) haben zum zehnten Mal an der Wallfahrt teilgenommen. Sie wurden mit einer Urkunde und einem Blumenstrauß geehrt. mdi