Um kurz vor 19 Uhr rief Bezirksheimatpfleger Günter Dippold online ein wenig zur Ordnung und Ruhe. Er tat es in der Funktion des CHW-Vorsitzenden und Referenten. Und er tat es scherzhaft auch im Hinblick auf den im Fernsehen nach der Tagesschau beginnenden Tatort . Bis dahin wollte er mit dem Geschichtsvortrag zur „Revolution von 1848/49 in Oberfranken“ fertig sein. Wohl an die 250 Teilnehmer ließen sich am Computer zu heimatlichen Vorkommnissen um 173 Jahre zurückversetzen.

Ab jetzt ging es für sie in die Märzrevolution und in die Tumulte innerhalb des Deutschen Bundes. Der wurde 1815 gegründet, allerdings von souveränen Fürsten und ohne jede Spur von demokratischer Ordnung. „Wie kam es zur Revolution?“, fragte Dippold in die Weiten des Internets und gab den Zuhörern die Antwort gleich selbst: Über das Erstarken des Bürgertums , dem trotz seines gewachsenen Gewichts der „Anteil an der Macht versagt blieb“. Erst recht auch in Bayern, wo ein König Ludwig I. (1786-1868) „in Bürgern Untertanen “ sah, wie Dippold hervorhob. Gegen diese Haltung und gegen diesen König regte sich auch in Franken Widerstand, und es sollten interessante Namen fallen.

Einer der interessantesten Namen war der von Heinrich Heinkelmann (1807-1866), seines Zeichens Bamberger und zeitweiliger Ebensfelder. Er trat als Redner der Bewegung in Lichtenfels auf und stritt für Links. Der Mann, den Zeitungsartikel als Hochbegabten ausweisen, hat laut Dippold „in der Haft ein Medizinstudium mit glänzendem Examen“ geschafft, und er wetterte gegen die Monarchie . König Ludwig I. warf er Verschwendungssucht vor.

Angeklagt wegen Hochverrat

Als die heiße Phase der Revolution vorüber und die Revolution gescheitert war, erinnerte sich der Adel Menschen wie seiner. Heinkelmann, der in Bamberg den Vorsitz eines Volksvereins innehatte, fand sich wegen Hochverrats auf der Anklagebank. „Eineinvierteljahre verbrachte er in Untersuchungshaft “, so Dippold und mit einem Urteil wie der Todesstrafe sei zu rechnen gewesen.

Gut eine Stunde lang lavierte Dippold geschickt zwischen Politischem und Anekdotischem, zwischen Geschichte und Geschichten. Zeitlich blieb er seinem Versprechen treu. Den Tatort dürfte jedenfalls niemand verpasst haben.