Am Tag des „ heiligen Martin“ fand die Altarbenediktion in der Kapelle des Hauses 2 (früher Haus Frankenthal) der Bildungs- und Tagungshäuser Vierzehnheiligen statt, das vor gut zwei Wochen seiner Bestimmung übergeben wurde. Bei der Einweihung hatte Erzbischof Ludwig Schick darauf hingewiesen, dass der heilige Berg Vierzehnheiligen ein Ort des Gebetes und der Besinnung auf Jesus und sein Evangelium , der Bildung im Geist der Gottes- und Nächstenliebe und der tätigen Nächstenliebe sein soll.

Im Haus 2 werden besonders Exerzitien , Besinnungstage und christliche Bildung angeboten. Es ist auch für den Dialog, für Wallfahrtsgruppen oder für Beleggruppen jeglicher Couleur geöffnet, heißt es in einer Pressemitteilung der Bildungsstätte. Die Kapelle in Haus 2 entwickelte sich nach der Generalsanierung von Haus Frankenthal zu einem wahren Schmuckstück. Dazu trug im wesentlichen der Eichstätter Künstler Rudolf Ackermann bei. Er gewann den ausgeschriebenen Künstlerwettbewerb zur Neugestaltung der Kapelle. Nach seinen Entwürfen wurden Altar , Ambo, Tabernakel, Priestersitz und Sitzgelegenheiten geschaffen.

Ausstattung aus Eichenholz

Ackermann entschloss sich, für alle Ausstattungsstücke geräuchertes Eichenholz zu verwenden, um so eine Einheit mit dem vorhandenen Holzfußboden zu erreichen. „Holz kam aber auch deshalb infrage, da alles andere für den Boden und dessen Tragfähigkeit zu schwer gewesen wäre“, erklärte Ackermann. Bei der Form des Altars kam dem 84-jährigen Künstler die Überlegung von Hölzerstapeln in Kuben – wie bei einem Holzstoß. „Und ich hab sie auch nicht so ganz exakt übereinandergelegt, sondern so, als wenn sie von Hand gestapelt worden sind“, erklärte Ackermann.

Die Kapelle im ersten Obergeschoss ist seit der Generalsanierung nun barrierefrei zu erreichen. Es wurde im ersten Stock eine überdachte Brücke gebaut. Die Kapelle selber ist nun viel größer, da ihre ehemals niedrige Decke durchbrochen wurde und sich nun ein freier Blick auf die Dachunterseite bietet. Ein großes Fenster, das vom Boden bis zum Giebel reicht, bringt viel Licht in den Raum.

Bei der Altarbenediktion wurde zunächst der neue Ambo seiner Bestimmung übergeben. Erzbischof Schick sprach ein Gebet und segnete den Ambo mit Weihwasser. Anschließend wurde das Wort Gottes verkündigt. „Dem lebendigen Jesus in seinem Geist begegnen wir im Gebet , in der Meditation und in Gottesdiensten. Deshalb gehört zu diesem Haus und seinen Funktionen, die es wahrnehmen soll, unabdingbar eine Kapelle dazu, ein Ort des Gebetes , der Meditation und der Gottesdienste. Ihn weihen wir heute ein“, sagte Schick. In einer Gesellschaft der Nächstenliebe müsse es Bildung geben, in der die Menschen gerecht, gesund, vernünftig und friedlich miteinander leben. Es sei bleibender Auftrag für die Kirche in all ihrem Tun, die Nächstenliebe individuell und kollektiv gesellschaftlich zu fördern und zu fordern. „Der heilige Berg Vierzehnheiligen muss dabei mitwirken. Damit dieser Geist der kollektiv-gesellschaftlichen und der individuellen Nächstenliebe bewahrt bleibt, ist Gebet , Meditation und Gottesdienst unabdingbar. Der heilige Martin weist uns auf diese Zusammenhänge mit seinem Leben und Wirken hin“, so der Erzbischof zum Schluss.

Für die Christen habe der Altar eine besondere Bedeutung, er erinnere an den Tisch des letzten Abendmahles. Der Altar selbst sei ein heiliger Gegenstand, ein heiliger Ort, an dem Christus gegenwärtig werde. Danach segnete und weihte der Bamberger Oberhirte den neuen Altar , der dann zum ersten Mal gedeckt wurde, um die Eucharistie zu feiern. red