In diesen Tagen wird der Musikverein Burgkunstadt 50 Jahre alt, doch groß gefeiert werden konnte wegen der Pandemie nicht. Musik gibt es in Burgkunstadt natürlich schon länger als 50 Jahre. Verein und Stadt wurden im Jahr 1978 bereits mit der „Pro-Musica-Plakette“ ausgezeichnet. Seit über 340 Jahren sind Stadtpfeifer, Trommelschläger, Musikkorps, Türmer und „Kirchenmusicasi“ nachweisbar und geben bis heute ein Zeugnis kleinstädtischen Kulturwillens ab.

1857 erteilte dann das zuständige Landgericht Weismain eine Lizenz für Musikmeister Albert Zapf zum Aufspielen in Burgkunstadt bei allen Festlichkeiten wie Taufen, Hochzeiten, Trauerfeiern, Anblasen des neuen Jahres und weiteren Veranstaltungen sowie Kirchenfesten.

Bis 1920 erteilte dann Georg Rehhäuser, ein ehemaliger Regimentsmusiker, unzähligen Bürgersöhnen Musikunterricht. Fast jeden Sonntag spielte die damalige Stadtkapelle von Mai bis Allerheiligen auf irgendeiner Kirchweih oder Tanzveranstaltung auf. Nach 1920 übernahm Hans Neubauer das Amt des Dirigenten . Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich zunächst wieder die meisten Musiker der Stadtkapelle zusammen. Wurde in den Nachbarorten in den 1960er Jahren Musikvereine gegründet, geschah dies noch nicht in Burgkunstadt . Die Musiker waren in ihren heimischen Kapellen aktiv, und einige waren nicht bereit, auch in Burgkunstadt einen Verein zu gründen.

Start mit fast 50 Musikern

Dennoch gab es viele Interessierte und so kam es im Spätherbst 1971 zu einer Zusammenkunft, in der der Musikverein Burgkunstadt gegründet wurde. Etliche Unentwegte der alten Stadtkapelle wie Heinrich Paravan, die Stadt Burgkunstadt und ein nimmermüder Hans Keidel an der Führung sowie der Weismainer Herbert Maiwald als Dirigent brachten in kurzer Zeit einen Klangkörper mit fast 50 Musikern und einen Verein von über 150 Mitgliedern auf den Weg. Großartige Standkonzerte, Auftritte bei Festivitäten und Ausflüge wie die Teilnahme am Tänzelfest in Kaufbeuren bereicherten das Leben in der Schuhstadt. Selbst eine Akkordeon- und eine Gitarrengruppe wurden ins Leben gerufen.

Nach dem glanzvollen 25. Jubiläum begann endgültig eine neue Ära. Für diese zeichneten der viel zu früh verstorbene Vorsitzende Franz Schneider und der aus Kulmbach stammende Dirigent Thomas Besand verantwortlich. Es kam zu einer Renaissance der Weihnachtskonzerte, bei welcher sich der Gemeinschaftsgeist von Musikern zeigte. Mit ein paar Verstärkungen und über 30 Aktiven und wunderbaren alljährlichen Darbietungen wurde man wieder ein großes Aushängeschild der Stadt, was auch Auftritte beim Lichtenfelser Schützenfest oder bei der Schusternacht belegen.

Nach dem harten Schlag des plötzlichen Todes von Franz Schneider ging es mit dem jungen Vorsitzenden Sebastian Kremer weiter. Dieser freute sich, dass es nun doch noch möglich wurde, bei einer Zusammenkunft an das Jubiläum zu erinnern. Er erklärte, dass von den passiven Gründungsmitgliedern nur noch Elmar Bergmann dabei ist. Als einziger Musiker aus der Gründungszeit ist Flügelhornist Peter Schneider ununterbrochen aktiv geblieben. Er wurde mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Die Ernennung zum Ehrendirigenten erhielt für seine 25-jährige Tätigkeit der Kulmbacher Dirigent Thomas Besand. rodi