Sie reinigen Schulen und Büros, sorgen für Hygiene in Krankenhäusern und Pflegeheimen: Die 420 Reinigungskräfte im Landkreis Lichtenfels machen nicht nur in Pandemie-Zeiten einen unverzichtbaren Job. Doch bei der Bezahlung droht den Beschäftigten ein herber Rückschritt. Davor warnt die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG Bau.

„Aktuell erhalten Reinigungskräfte mindestens 11,55 Euro pro Stunde – also weit mehr als den gesetzlichen Mindestlohn. Aber der wird schon im Oktober auf zwölf Euro steigen. Passiert bis dahin nichts, würden Gebäudereiniger dann mit dem absoluten Lohn-Minimum nach Hause gehen“, erklärt die Industriegewerkschaft (IG) Bau in einer Mitteilung an die Medien.

„Für die wichtige und fachliche Arbeit, die sie leisten, ist das eindeutig zu wenig“, sagt Uwe

Behrendt. Der Bezirksvorsitzende der IG Bau Oberfranken fordert deshalb, dass Beschäftigte auch weiterhin „deutlich mehr als den gesetzlichen Mindestlohn bekommen sollen“, und zwar mindestens 13,73 Euro pro Stunde.

Eine konkrete Zahl, für die der Gewerkschafter klare Gründe nennt: „Der spezielle Branchenmindestlohn in der Gebäudereinigung lag bisher 1,73 Euro über der gesetzlichen Lohnuntergrenze. Das muss auch so bleiben. Nur wenn die Bezahlung weiter attraktiv ist, wird es Firmen gelingen, Personal für die Branche zu finden“, so Behrendt. Die IG Bau fordert, dass gleichzeitig die Einkommen für Fachleute – etwa in der Glas- und Fassadenreinigung – deutlich zulegen. red