In der Katholischen Pfarrei wurde Jubelkommunion gefeiert. Trotz der gegenwärtigen Situation waren viele zu diesem Festtag in Erinnerung an ihre Erstkommunion vor 25, 40, 50, 60 und 70 Jahren gekommen.

Mit einem Willkommensgruß empfing Pater Rufus Witt alle Jubilare. Auch dem Vorsitzenden des Katholischen Pfarrgemeinderates, Thomas Geldner, war die Freude darüber anzumerken, dass wieder viele den Weg in ihre Heimatkirche gefunden hatten.

Zu Beginn der Jubelkommunionfeier wurde für jeden der Jahrgänge eine Kerze vor dem Altar entzündet, wobei ein Licht auch für diejenigen Mitchristen leuchtete, die bereits verstorben waren.

Es sei jedoch ein Jubelfest, dies verdeutlichte Pater Rufus in seinen einleitenden Worten, das anders als sonst üblich gefeiert werde; vor allen Dingen in einem bescheideneren Rahmen, als es sich viele wünschten. Dennoch bezeichnete er es als erfreulich, dass sich die Jubilare entschieden haben, diesen Festtag auch in Erinnerungen an ihre Kindheit, wo sie in jungen Jahren viele Gefühle und Geborgenheit zu Hause und in ihrer Kirche erfahren durften, zu begehen.

Pater Rufus wandte sich danach den prägenden Worten von Jesus zu, der sich als Weinstock und die Menschen als seine Reben bezeichnet hatte und weiter ausführt: „Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“ Es sei interessant, dass er sich auf diese Weise die Beziehungen zu den Gläubigen vorgestellt habe. Gerade deshalb sei es wichtig, dass wir den Kontakt zu Jesus haben und ihn auf unserem Weg nicht vergessen.

Jetzt und im Laufe des Lebens schaut natürlich vieles anders aus – damit ging Pater Rufus etwas auf die Vergangenheit der Jubilare ein, als sie noch Mädchen und Jungen mit vielen eigenen Vorstellungen und Gefühlen waren. Als sie als kleine Kinder in das Gotteshaus gebracht wurden, wussten sie noch nicht, was bei der Taufe geschah. Nachdem sie die Erstkommunion feiern durften, war ihnen schon deutlich geworden, was das Wesentliche bei alledem sei, indem man ihnen den Glauben erklärte und sie ihre Eltern darauf vorbereiteten.

Jetzt, da alle gleichsam die Mitte ihres Lebens erreicht hätten, sei es angebracht, sich der Vor- und Nachgeschichte ihres eigenen Lebensweges zu erinnern und diesen aus einer gewissen Höhe und Entfernung zu betrachten. Viele würden darüber nachdenken, wie ihr Leben verlaufen ist, was sie erreichen konnten, welche Pläne und Träume sich erfüllt haben und was sie von ihrem irdischen Leben noch erwarten. Bestimmt seien solche Gedanken nicht fremd, um dies und jenes infrage zu stellen, wenngleich manche schon erschöpft und arbeitsmüde geworden seien. Vielfach können keine neuen Ideen mehr entwickelt werden und es taucht nicht selten die Frage nach dem „Sinn des Lebens“ auf; andere hingegen fühlen sich regelrecht ausgebrannt. Vielleicht gehe es einigen ähnlich, die vielleicht vollends von dem abgekommen seien, was sie sich einstmals so sehnlichst erwünschten.

Eines der herausragenden Ereignisse des Gottesdienstes war der Empfang der Eucharistie , bevor die Jubelkommunion mit Segen und Glockengeläut zu Ende ging. Dieter Radziej