Mathias H. Walther

In der Burgkunstadter Produzentengalerie für Gegenwartskunst durften die Masken fallen. Querflötenklänge, dargeboten von der Lichtenfelser Musikerin Susi Schliefer, schwangen durch die Galerieräume. Die hatten sich – nach Aufhebung der pandemiebedingten Einschränkungen – mit Kunstliebhabern gefüllt; angereist zur Eröffnung der Ausstellung „Die 19te“.

Gekommen war man, die ab-strakten Interpretationen diverser literarischer Werke durch den in München und Böhmen lebenden und arbeitenden Künstler Peter Fischerbauer zu bewundern. Was allerdings nicht immer problemlos gelang.

Farbexplosionen

Nicht etwa, dass es die Farbexplosionen der Bilder Fischerbauers nicht zulassen, persönliche Interpretationen in die Werke hineinzudeuten. Eher ist es für den einen oder anderen Besucher ein Hemmnis, die dem Künstler als Inspiration und Vorlagen dienenden Romane der zeitgenössischen Autoren Uwe Tellkamp („Der Turm“), geboren 1968 in Dresden, oder des Thüringers Lutz Seiler zuzuordnen. Letzterer wurde für seinen Debütroman „Kruso“ mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Bekanntere Vorlagengeber für Fischerbauer sind Franz Kafka und Jean Paul . Von diesen beiden Autoren hat er zum Beispiel Szenen aus „Das Schloss“ und „Siebenkäs“ malerisch umgesetzt.

Der Bamberger Kunsthistoriker Matthias Liebel betonte, dass „abstrakte Malerei in den seltensten Fällen von der dinglichen Wirklichkeit losgelöst“ sei. Abstrakte Malerei entstehe nicht einfach aus dem Nichts heraus als freies Spiel von Farben und Formen. Liebel: Sonst wäre sie ein ziemlich inhaltsloses Geplänkel und schiere Dekoration.

Mit eigener Logik

Abstrakte Kunst habe eine eigene Diktion, eine eigene Logik, die in vielen Fällen allerdings vom Betrachter nur schwerlich verstanden werden könne, solange er nicht über einige Hintergrundinformationen verfügt. „Ohne diese Hintergrundinformationen“, so der Bamberger Kunsthistoriker, „und ausgehend vom bloßen Augenschein kommt es dann zu der leider ebenso häufig wie dümmlich geäußerten Behauptung: Das kann ich auch.“

Umsetzungen

Mit den Gemälden von Peter Fischerbauer verhalte es sich ähnlich: „Sie haben einen thematisch fundamentierten Entstehungszusammenhang und führen den Künstler mit einem individuellen gestalterischen Vokabular zu ganz eigenen bildschöpferischen Umsetzungen.“

1966 in München geboren, bis heute teils dort, teils im Böhmerwald zu Hause, gelangte Peter Fischerbauer bereits während seines Studiums an der Münchner Kunstakademie zur Abstraktion. Bekannt geworden ist er mit seinen Transformationen der klassischen Musik zu Werken von Beethoven und Mozart über Dvorák, Wagner und Gustav Mahler bis hin zu Arnold Schönberg und Viktor Ullman.

In Burgkunstadt werden seine literarisch inspirierten Gemälde gezeigt. Die Ausstellung „Die 19te“ zeigt neben den Arbeiten Peter Fischerbauers auch aus Papiermaché gefertigte Skulpturen von Eva Mandok (Nürnberg/Feucht) sowie Keramiken (Molecular Pottery) des Bambergers Denis Delauney.

Geöffnet ist die Schau noch bis einschließlich 22. Mai immer samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr.