Aktuelle Projekte des Landkreises standen im Mittelpunkt einer Diskussion des IHK-Gremiums mit Landrat Christian Meißner im sanierten Stadthotel Lichtenfels. Das Spektrum reichte von aktuellen Verkehrsplanungen über die Digitalisierung der Schulen bis hin zur Deponierung von Bauschutt.

„Mir ist der Austausch zwischen Politik und Wirtschaft ein Herzensanliegen, schließlich können politische Entscheidungen die Wirtschaft stark beeinflussen und umgekehrt“, macht Wilhelm Wasikowski, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Lichtenfels, zu Beginn der Diskussion des IHK-Gremiums mit dem Landrat deutlich.

Die Instandhaltung von Straßen und Brücken sei eine wichtige, aber auch extrem kostspielige Aufgabe, so der Landrat in dem Pressebericht der IHK für Oberfanken Bayreuth. Harte Zeiten kämen auf Wirtschaft und Bevölkerung in Michelau zu. Dort müssten die Brücken über den Main, das größte Sorgenkind im Landkreis, bis zum Sommer 2025 ertüchtigt werden für Fahrzeuge bis 40 Tonnen. „Hintergrund ist, dass der Knotenpunkt Michelau im Sommer 2025 im Zuge des Neubaus der B 173 gebaut wird und damit ein halbes Jahr gesperrt ist. Um die Firmen in diesem Bereich nicht vom Verkehr abzuschneiden, müssen wir die Brücke bis dahin ertüchtigt haben. Hierzu gibt es keine andere Alternative“, macht der Landrat deutlich.

Preise für Bauaushub explodieren

Ein Problem seien die fehlenden Kapazitäten zur Deponierung von Böden und nicht recyclingfähigem Bauschutt. Mit einem Vergleich verdeutlicht Unternehmer Claus Essmeyer die Situation im Rahmen der Diskussion: „Würde das Müllheizkraftwerk in Coburg-Neuses seine Schießung für 2025 ankündigen, wäre der Teufel los.“ So sei aber derzeit die Situation bei der Deponierung; die letzte Deponie in Marktzeuln sei bald verfüllt. Unternehmer und Landrat sind sich einig, dass hier etwas geschehen müsse; diese Deponierung treibe bei Neubauten die Kosten inzwischen erheblich nach oben. „Kein Wunder, dass viele Häuslebauer inzwischen auf einen Keller verzichten“, so Meißner. Er machte deutlich, dass die Ausweisung einer neuen Deponie extrem schwierig sei, dies würde an den Anliegerprotesten scheitern. Letztendlich bleibe nur eine Erweiterung der bestehenden Deponie.

Auch das Thema „Digitalisierung der Schulen“ stand auf der Agenda. Meißner: „Wir waren bereits vor der Pandemie auf einem guten Weg. Das Problem ist, dass es nicht zu wenige Computer gibt in den Schulen, sondern dass es zu wenige gibt, die sich darum kümmern.“

Auch die Nachnutzung des alten Klinikums interessierte die Unternehmer . Meißner: „Eine Nachnutzung scheitert schlicht daran, dass alle Gutachter zum Schluss kommen, dass dazu eine Entkernung notwendig ist mit immensen Kosten.“ Alle potenziellen Interessenten seien mittlerweile abgesprungen. Ziel ist es nun, das Areal als „städtebauliches Sanierungsgebiet“ auszuweisen; idealerweise werde der Abbruch dann bezuschusst, nicht nur vom Klinikum selbst, sondern auch von den Nebengebäuden. red