Eines dürfte klar sein: Wenn Deutschland für eine bessere Umwelt viel bewegen will, müssen alle daran teilnehmen. Und es scheint, dass Kinder in dieser Entwicklung für eine mittel- und langfristige Zukunft eine bedeutende Rolle spielen werden.

Was getan werden muss, sollte ihnen gut vermittelt werden. Ein hervorragendes Beispiel war dafür einmal mehr die Vergabe der als Auszeichnung deklarierte Begriff „Ökokids“, der wiederum bayernweit für Kindertagesstätten vergeben wurde. Dazu gehörte nun in diesem Jahr auch die Kindertagesstätte St. Michael in Marktgraitz . Sie wurde zum ersten Mal mit dem Titel „Ökokids – Kindertageseinrichtung Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet.

285 Kindertagesstätten hatten bayernweit teilgenommen und wurden ausgezeichnet, was einen neuen Rekord bedeutet. „Trotz der nach wie vor schweren Bedingungen und der teilweisen Schließungen der Kitas wegen der Corona-Pandemie sind spannende Projekte entstanden. Die größte Beteiligung seit dem Start der ,Ökokids’“ 2010 beweist, dass das Thema Nachhaltigkeit eine hohe Brisanz in der Gesellschaft hat“, sagt dazu die LBV-Projektleiterin Carmen Günnewig. Der Titel „Ökokids“ wird vom bayerischen Naturschutzverband LBV bereits seit elf Jahren verliehen und wird gefördert durch das bayerische Umweltministerium .

Apfelbaum gepflanzt

Hierbei werden Kitas hervorgehoben, die sich mit wichtigen Themen der Umwelt und Nachhaltigkeit auseinandersetzen. So sollen Werte und Schlüsselkompetenzen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gefördert und diese in der Einrichtung verankert werden. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Auszeichnungsveranstaltung online statt und die prämierten Einrichtungen aus ganz Bayern erhielten ihre Urkunden per Post. Die Kita St. Michael in Marktgraitz wurde für ihr Projekt „Wachstum eines Apfelbaumes“ ausgezeichnet. Angefangen hat das Projekt mit den Kernen eines Apfels und der Frage, ob daraus wohl ein Baum werde? Seit dem Frühjahr 2021 beobachteten die Kinder das Wachstum eines Apfelbaumes. Von den Apfelkernen, die erst einmal gewässert wurden, den ersten kleinen Keimen, die in Erde eingegraben wurden, den ersten feinen Keimlingen, die zu Stängeln wurden, bis zum kleinen Apfelbäumchen, das schließlich in einen großen Pflanztopf eingepflanzt werden musste.

Mit Eifer und Begeisterung dokumentierten die Kinder die einzelnen Schritte und kümmern sich um ihr Apfelbäumchens. Es bleibt weiterhin spannend, wenn der kleine Apfelbaum im nächsten Frühjahr in den Garten eingepflanzt wird. Und hier kommt der Ausspruch eines heimischen Politikers zum tragen: „Unsere Kinder müssen wieder lernen, dass ein Apfel vom Baum kommt – und erst später aus dem Einkaufsmarkt“. Nur durch derartige nachhaltige Projekte wird so eine Verbesserung unserer Umwelt möglich sein. „Wir müssen wieder lernen, mit unseren Ressourcen richtig umzugehen“, sind sich auch die Pädagoginnen der Marktgraitzer Kindertagesstätte um Leiterin Bianca Herbst sicher. Roland Dietz