In der Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth gibt die Wirtschaft aus dem Landkreis Lichtenfels ein zweigeteiltes Bild wieder. Zum einen verbessert sich die aktuelle Geschäftslage bei vielen der befragten Betriebe. Zum anderen bleiben die Erwartungen an die kommenden zwölf Monate im Saldo negativ, heißt es in der Pressemitteilung.

Auffällig sei hierbei, dass sich diese Prognose im Vergleich zur Maiumfrage sogar noch einmal verschlechtere. „Derzeit läuft die Konjunktur am Obermain wieder rund. Aber Lieferengpässe, steigende Preise und eine schleppende Konsumlaune drücken die Stimmung und damit die Erwartungen deutlich nach unten“, fasst IHK-Vizepräsident Wilhelm Wasikowski zusammen, der auch Vorsitzender des IHK-Gremiums Lichtenfels ist. Unter diesen Umständen konnte der Konjunkturklimaindex für die Region Lichtenfels leicht zulegen und schafft mit 104 Zählern den Sprung über wichtige 100-Punkte-Marke.

Die aktuelle Geschäftslage im Wirtschaftsraum Lichtenfels wird in der Gesamtschau von den befragten Firmen positiv eingestuft. Mit 52 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten geben an, derzeit eine gute Geschäftslage zu haben. Ein knappes Drittel (32 Prozent) stuft die betriebliche Situation immer noch befriedigend ein und lediglich 16 Prozent sind mit der derzeitigen Lage unzufrieden. Basis dieses positiven Feedbacks sind die stabilen Umsätze, die die Wirtschaft sowohl im Inland wie auch im Ausland generieren kann. Damit verbessert sich die Lagebeurteilung der Lichtenfelser Betriebe im Vergleich zur Frühjahrsumfrage deutlich. „Derzeit können viele unserer Unternehmen gute Geschäfte machen und sind stark in ihren Märkten positioniert. Das zeigt auch der Blick auf die Kapazitätsauslastung“, freut sich der Vizepräsident. Diese hat sich im Vergleich zum Frühjahr verbessert und immer mehr Unternehmen berichten von einer vollen Auslastung.

Schwierige Monate erwartet

Die positive Beurteilung der aktuellen Lage kann nicht über die vielen Unsicherheiten und Herausforderungen hinwegtäuschen, mit denen sich die Lichtenfelser Wirtschaft konfrontiert sieht, heißt es. Steigende Energie- und Rohstoffpreise, längerfristig unbesetzte Stellen und ein schleppender Konsum könnten künftig in Summe Sand im Konjunkturgetriebe der Region sein. „Derzeit ist es ganz schwer zu sagen, wie es in den einzelnen Branchen weitergeht. Dazu kommt die Ungewissheit, welche Maßnahmen im Winter noch zur Eindämmung der Corona-Pandemie ergriffen werden müssen. Das drückt natürlich auf die Stimmung“, weiß Wasikowski zu berichten.

So verwundere es nicht, dass die befragten Lichtenfelser Betriebe beim Blick auf die anstehenden Monate zurückhaltend sind. Nur neun Prozent der Unternehmen rechnen mit einer sich verbessernden Lage. Auf der anderen Seite stehen 30 Prozent, die damit rechnen, dass sich ihre betriebliche Situation in der nächsten Zeit verschlechtert. Die weiteren 61 Prozent rechnen mit keiner signifikanten Veränderung. Dabei ist es vor allem die Inlandsnachfrage, die sich nach Einschätzung der Befragten rückläufig entwickeln und im Saldo der Wirtschaft sinkende Umsätze bescheren soll.

Trotz der pessimistischen Erwartungen an die anstehenden Geschäftsmonate zeichnen sich positive Investitionsplanungen ab. Insgesamt liefern die Aussagen der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer ein ausgeglichenes Bild. „Die Investitionsplanungen der Lichtenfelser Wirtschaft bleiben stabil. Gerade in Zeiten, in denen die Betriebe vor teilweise großen Herausforderungen stehen, ist das ein tolles Statement und ein Standortbekenntnis zu unserer Region“, so der Gremiumsvorsitzende. Auch die Beschäftigtenplanungen ließen einen konstanten Personalbestand erwarten. „Wir rechnen derzeit mit keinen großen Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt über den Winter “, so Wasikowski. red