Sie blickt vom Staffelberg hinab auf die Adam-Riese-Stadt, und eigentlich findet dort immer am letzten Sonntag im Januar ihr Patronatsfest statt - die Rede ist von der Heiligen Adelgundis. Doch in diesem Jahr ist durch Corona alles anders. So wurde in der Stadtpfarrkirche St. Kilian unter Einhaltung der aktuellen Hygiene-Regeln der Namenstag der Heiligen Adelgundis, der Schutzpatronin der Staffelbergkapelle, gefeiert.

Die Heilige , eine merowingische Fürstentochter, lebte im 7. Jahrhundert am Niederrhein und gründete in der Stadt Maubeuge/Frankreich ein Kloster , dessen erste Äbtissin sie war. In Bayern wird sie heute außer auf dem Staffelberg nur noch in der Nähe von Augsburg verehrt.

Wie stark jedoch ihre Verehrung am Obermain verwurzelt ist, zeigte der Kirchenbesuch, bei dem diesmal auch ältere Gläubigen mitfeiern konnten.

Den Festgottesdienst zelebrierte Stadtpfarrer Georg Birkel, der zu Beginn auf die 16 Heiligen der Adelgundiskapelle einging. Manuel Höppner aus Unterneuses spielte gekonnt die Orgel und bereicherte gesanglich diesen besonderen Gottesdienst .

Zum Ende des Gottesdienstes segnete Pfarrer Birkel nach alter Tradition das Adelgundiswasser. Dabei wird eine kleine Adelgundisstatue, die eine Reliquie der Heiligen enthält, in die Wasserbecken eingetaucht.

Die Heilige Adelgundis gilt als Fürsprecherin bei Krebskrankheiten, Augenleiden, Fieber und Epilepsie.

Am Ende des Gottesdienstes konnten die Gläubigen auch die Reliquie der Heiligen Adelgundis ehren. Diese Verehrung sei keine Magie, betonte der Stadtpfarrer , sondern ein Zeichen der Verbundenheit mit den Heiligen.

Sehr viele Kirchenbesucher nahmen nach dem Gottesdienst die Gelegenheit wahr, das geweihte Wasser, das inzwischen in Flaschen abgefüllt worden war, mit nach Hause zu nehmen. Gerd Klemenz