Walter Mackert und sein Team von der Gebietsverkehrswacht mussten ganz schön umorganisieren: Erst waren es die Bestimmungen wegen der Corona-Pandemie, die einen „normalen“ Verkehrssicherheitstag nicht möglich machen konnten, dann öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete ordentlich. Kurzentschlossen fand der geplante Vormittag für die Vorschulkinder in der von CS-Trans gepachteten Halle der ehemaligen Firma Lekra statt.

Christian Schad in Doppelfunktion als Papa und Unternehmer hatte am Freitag einen 40-Tonner als Anschauungsobjekt mitgebracht und die 16 Kinder des Maintal-Kindergartens Schönbrunn ganz schön beeindruckt. „Wir dürfen heuer die Kindergärten nicht zu uns auf die Dienststellen einladen“, bedauerte Thomas Häublein von der Polizieiinspektion (PI) Lichtenfels. Er und seine Kollegin Anke Hagel-Burgstaller sind für die Verkehrserziehung der ganz kleinen Verkehrsteilnehmer zuständig. Bevor in der Schule nämlich der Fahrradführerschein auf dem Programm stünde, müssten die zukünftigen Grundschüler erst einmal das richtige Verhalten an der Bushaltestelle lernen. 38 Kindergärten gibt es im Landkreis, viele Kinder würden ab September von ihren Eltern zur Schule gebracht oder könnten zu Fuß zur Schule gehen, andere würden mit dem Bus fahren, erklärte Thomas Häublein.

Der Kurzfilm „Hallo Busfahrer“  zeigte das richtige Verhalten beim Ein-und Aussteigen aus dem Schulbus.  Für alle Kinder – egal ob Bus-Kind oder nicht  – kam dann „Klara“ ins Spiel: so war der Name des kind-großen Dummys, der angegurtet auf einem sogenannten Kindergurtschlitten saß und demonstrieren sollte, was passieren kann, wenn sich ein Kind abschnallt, noch bevor der Pkw der Eltern steht. Zum Entsetzen der Jungen und Mädchen flog die nicht angeschnallte Puppe in hohem Bogen durch die Luft und landete unsanft mitten auf dem Gesicht. Das beeindruckte.

Die Erzieherin Silke Judex und die Kinderpflegerin Susanne Engelhardt waren dann mit ihren Vorschulkindern Zeuge, was passieren kann, wenn sich eine Person im toten Winkel eines Lkw befindet. „Fritz, was siehst du?“, fragte Polizist Häublein, nachdem Vorschulkind Fritz in das riesige Führerhaus des Lasters geklettert war und auf dem Fahrersitz Platz genommen hatte. „Ich seh nix, nur den blauen Regenschirm“, so der Knirps. Die anderen Personen standen schlichtweg im toten Winkel des Fahrzeugs und hätten auch vom besten Lkw-Fahrer nicht gesehen werden können.

Abschluss war ein kleiner Roller-Parcour: Hier musten die Kinder Kurven fahren, Hütchen umrunden, fahren und bremsen. Das ging ganz gut. Zum Mitnehmen und zur Info für die Eltern gab es von der Verkehrswacht noch ein bunte Überraschung: das Schulwegheft.