Mehr als ein Jahrhundert prägte die Schuhindustrie die Region am Obermain. Dabei nutzten die fünf Schuhfabriken unterschiedliche Möglichkeiten, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Eine gute Gelegenheit boten dazu auch die Poststempel, die mit einem Schuhmotiv versehen waren. Dabei warben die fünf großen Schuhfabriken – damals waren dies die Unternehmen Weiermann, Püls, Hühnlein, Iglauer und Büttner – mit Logos und besonderen Schriftzügen für sich, etwa mit einem „Hühnlein“, das die Schuhfabriken Hühnlein charakterisierte. Ein kleiner Gartenzwerg breitete einst seine Hände über die Obermain-Schuhfabrik aus, getreu dem Slogan „Obermain-Schuhe, die gut passen und sich strapazieren lassen“. Zudem erschienen regelmäßig Firmenprospekte, Jubiläumsschriften und eigene Firmenzeitungen wie der „Obermainer“, die über alle interessanten Tätigkeiten der jeweiligen Firmen informierten, aber auch darüber Kenntnis gaben, welche Ereignisse es in der Belegschaft (Arbeitnehmerjubiläen, personelle Veränderungen, wichtige Geburtstage, Eheschließungen und Geburten) gegeben hatte. In der heutigen Zeit und unter den aktuellen Datenschutzbestimmungen wäre dies kaum mehr vorstellbar.

Brief- und Paketpost genutzt

Bei den vielfältigen unternehmerischen Tätigkeiten wurden aber auch die Brief- und Paketpost genutzt, um für Burgkunstadt tüchtig die Werbetrommel zu rühren. Eine gute Gelegenheit dazu bot natürlich die Post, und es kam schon in den 30er Jahren eine Einigung dahingehend zustande, dass ein zwar nicht mit dem mittlerweile weithin bekannten „Knabenstulpenstiefel“, sondern mit einem zweckmäßigen Schnürstiefel ein markantes Produkt den aktuellen Stempel zieren durfte. Mit gewissem Stolz wurde zugleich Burgkunstadt mit dem prägnanten Attribut „hochentwickelte Schuhindustrie “ verbunden. Später zierte dann die Bezeichnung   „Schuhstadt   am

Obermain“ den Poststempel.