Im Alter von 84 Jahren starb Friedrich Böhmer am 17. Juli. „Friedrich, genannt Fritz“  – wie er sich selbst gerne vorstellte – hatte ein bewegtes Leben hinter sich, sowohl kommunalpolitisch als auch privat.

Geboren und aufgewachsen ist er in Kleukheim . Hier besuchte er die Volksschule, danach die Landwirtschaftliche Winterschule in Bad Staffelstein. „Tagsüber war er Landwirt, abends und an den Wochenenden lebte er für seine Vereine und die Musik“, erzählt Tochter Antonie, „der ganze Landkreis hat ihn gekannt.“

Die Blasmusik und der Kirchenchor waren seine Leidenschaft. Seit dem 15. Lebensjahr spielte Fritz Böhmer Tenorhorn, das Singen war selbst im hohen Alter noch eines seiner liebsten Hobbys. Alle Erledigungen und Besorgungen im Ort machte der gelernte Landwirt mit dem Rad. Seinen vier Enkeln war er ein fürsorglicher Opa.

40 Jahre lang war Fritz Böhmer bei der freiwilligen Feuerwehr, zunächst als erster Kommandant, danach als erster Vorstand. In seine Amtszeit fiel der Bau des Feuerwehrhauses Ende der 1990er Jahre: Fritz war mit einer der fleißigsten Helfer.

Kommunalpolitik

Auch in der Kommunalpolitik war Fritz Böhmer sehr engagiert: von Juli 1972 bis April 1978 war er Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Kleukheim . Nach der Eingemeindung von Kleukheim nach Ebensfeld war er von Mai 1978 bis April 2008 Marktgemeinderat sowie von Mai 1978 bis April 1996 Dritter Bürgermeister des Marktes Ebensfeld. Seit 1974 war er als Feldgeschworener mit für die Gemarkung Kleukheim zuständig.

Für seinen besonderen Einsatz im kommunalen und auch im ehrenamtlichen Bereich wurde Fritz Böhmer 1997 mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von  im  Ehrenamt  tätigen  Frauen  und  Männern ausgezeichnet. Er erhielt außerdem die  Bundesverdienstmedaille  des Verdienstordens  der Bundesrepublik  Deutschland,  die Staatsmedaille  für  besondere  Verdienste  auf  dem  Gebiet  der Ernährungs-, Land- und Forstwirtschaft in Bronze, 2011 die kommunale Verdienstmedaille in Bronze sowie die Ehrenmedaille des Marktes Ebensfeld verliehen. Besonders zu erwähnen ist sein Engagement für den Gartenbau im Kreisverband Lichtenfels, wo er viele Jahre im Vorstand tätig war: 2014 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Gesundheitlich angeschlagen zog sich Fritz Böhmer in den letzten vier Jahren immer mehr zurück. Seit Herbst 2020 lebte er im Manus-Pflegeheim in Zapfendorf und wurde liebevoll betreut. Sein letzter Wunsch waren drei Wünsche: keine Rede am Grab, eine weiße Rose und sein Lieblingslied „Böhmischer Traum“. Das erfüllten ihm seine Töchter Antonie, Sabine, Gabriele und Ehefrau Eva gerne. ms