Die Jahrtausendflut in der Nacht des 14. Juli hat die Region im Ahrtal hart getroffen und noch längst sind die Schäden nicht behoben. Die Häuser sind vielfach kalt, denn das Wasser hat Heizöltanks mitgerissen und Heizanlagen geflutet. Nicht erst seit die Temperaturen fallen, sei das ein Problem, berichtet Stefan Bauernschmitt aus Uetzing , der schon mehrmals zum Helfen im Ahrtal war.

Wer selbst Brennholz am Haus gestapelt hatte – die Vorräte wurden von den Wassermassen weggeschwemmt oder sind nun feucht. Die Lage der Flutopfer ist nach wie vor prekär.

Eine Hilfslieferung aus der Region sorgt dafür, dass man dort zumindest wieder etwas heizen kann. Es ist Montagfrüh im Lautergrund und unter immensem Maschinen- und Personalaufwand startete eine ergreifende Aktion. Unter der Führung von Stefan Bauernschmitt trafen sich in Uetzing am Ortsausgang nach Serkendorf gegenüber dem neuen Feuerwehrgerätehaus zehn freiwillige Helfer. Jürgen Schramm aus Uetzing und Erich Stark aus Prächting kamen mit Schlepper und Trommelsägen dazu – und dann ging es los. Den ganzen Tag wurde Brennholz für die hochwassergeschädigte Ahr-Region gesägt, bis die beiden großen Container der Firma Panzer aus Lichtenfels komplett gefüllt waren. „Etwa 52 Ster ofenfertiges Brennholz haben wir heute auf eine Länge von 25 Zentimetern zurechtgesägt. Dank gilt den Helfern sowie den Holzspendern“, so Stefan Bauernschmitt, der den ganzen Tag über mit seinem Rückewagen Brennholz zusammenfuhr.

Zeitgleich startete in Serkendorf eine weitere Aktion unter dem Kommando von Philipp Fischer aus Stublang mit ebenfalls zehn Helfern. Der Uetzinger Stadtrat Manuel Schrüfer mit seiner Trommelsäge und Lukas Fischer mit einer Wippkreissäge „kämpften“ sich von Serkendorf über Gößmitz, Uetzing nach Stublang durch. Vor Ort wurde das Brennholz gesägt und mittels Kipphänger durch den Forstbetrieb Fischer Pülz Gbr nach Stublang ins Fahrsilo von Georg Zenk gefahren. Das Fahrsilo dient als Zwischenlager. Am heutigen Mittwochfrüh „wird dann das Brennholz auf zwei Sattelzugmaschinen verladen, bevor es dann nach Schuld geht“, erklärt Philipp Fischer.

Wieder einmal zeigte sich die große Hilfsbereitschaft im Lautergrund. „Anfang Januar werden wir als Teil eines großen Convois ins Ahrtal starten. Wir werden mit zwei Lastwagen und etwa 100 Ster Brennholz ins Katastrophengebiet fahren. Wir danken der Firma Gutgesell in Michelau und der Gastwirtschaft Juraschenke aus Oberlangheim für die Organisation des Convois. Ein großer Dank geht auch an die Firma Popp Fahrzeugbau in Ebensfeld für das unentgeltliche Bereitstellen einer Sattelzugmaschine“, so Markus Heublein vom Fuhrunternehmen aus Bad Staffelstein, der auch fleißig mitsägte.

Die Landmetzgerei Schütz in Serkendorf und die Metzgerbräu Reichert in Uetzing spendeten die Verpflegung für die Helfer.

Den Brennholzspendern Dominik Bischof, Stefan Bauernschmitt, Anette Nüßlein, Christian Weidner, Hans Gründel, Lukas Fischer (alle Uetzing ), Johannes Dinkel (Serkendorf), Norbert Dinkel, Bernhard Grießer und Jannek Krapp (alle Gößmitz), Simon Hümmer, Anna Bechmann, Helmut Reinhardt, Stefan Ruppenstein, Karola Fischer (alle Stublang), Markus Erben (Unterküps), Karl Heinz Gack (Degendorf), Brennholzhandel Pascal Schmitt (Roth) und Sägewerk und Holzhandel Ellner (Weisbrem) gilt ein Dankeschön.

Geplant ist, die insgesamt etwa 250 Ster, davon sind etwa 150 Ster aus dem Lautergrund, ofenfertiges Brennholz ins 420 Kilometer entfernte Hönningen-Schuld zu bringen. „Zusätzlich werden wir auch wieder Baumaterial mit hochfahren. Bei Bodo Gutgesell, Bauunternehmer aus Michelau, stehen etliche Paletten Baustoffe für den Transport bereit. Insgesamt sind wir mit fünf Sattelzügen und sechs Lkw unterwegs“, erzählt Jochen Hofmann aus Oberlangheim.