Heinrich Popp blickt zweifelsfrei auf ein erfülltes Leben zurück. Für ihn gab es jetzt auch in christlicher Hinsicht einen ganz besonderen Höhepunkt: Als ältester seines Jahrganges konnte er seine Jubelkommunion feiern – in Erinnerung an seine Erstkommunion vor 80 Jahren feiern. 1941 feierte er seine Kommunion in der katholischen Pfarrkirche von Burgkunstadt , wobei er der einzige Jubilar dieses Jahrganges war, der an der Feier teilnehmen konnte.

Keine große Feier im Anschluss

Heute erinnert er sich noch gerne an diesen Tag am 14. April. Der Geistliche Rat Frohnhöfer zelebrierte den Festgottesdienst. Im Anschluss gab es dann keine große Feier, sondern die Beteiligten saßen im Wohnzimmer zusammen– zumal sein Vater und der Bruder in den Krieg gezogen waren.

Eine besondere Wohnungspolitik

Der gebürtige Burgkunstadter ist in seinem neuen Wohnort Neuses am Main zu einer der prägenden Persönlichkeiten geworden.

Nachdem er mit seiner Gattin Gisela hier eine Familie gegründet hatte, folgte der Bau des Eigenheims . Popp erinnert sich noch heute an das besondere Ziel der damaligen Wohnungspolitik : Die Bauplätze für Eigenheime waren häufig größer bemessen, damit die Bewohner den Freiraum für die Rassegeflügelzucht, also Tauben, Hühner sowie das Wasser- und Großgeflügel, nutzen konnten. Das sollte die Versorgung der Familie sichern. Sicherlich war das einer der Gründe, weshalb Popp im Kleintierzuchtverein von Neuses am Main aktiv wurde. Als Teil dessen züchtete er einige Jahre später sehr erfolgreich die weißen King-Tauben sowie die weißen Wiener. Später war er auch Kreisehrenvorsitzender der Kaninchenzüchter . Bei der freiwilligen Feuerwehr und in der Sängerschar war der heutige Rentner ebenfalls aktiv.

Schreinerkunst in der Kirche

Beruflich verwirklichte sich Popp als Schreiner – davon zeugen auch Arbeiten in einem Gotteshaus . So sind einige seiner Werke in der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche St. Katharina in Strössendorf zu sehen: Hier ein Predigtpult und dort ein Opferstock. Zur Finanzierung der Orgel in diesem Gotteshaus verwirklichte Heinrich Popp sogar einen Nachbau dieses Instrumentes, das in der Lage war, Spendengelder aufzunehmen. Eine Bank, natürlich ebenfalls von Heinrich Popp gefertigt, bietet am Zugang zur Kirche eine beliebte Raststätte.