Das Leben von Gustav Mahler hat den Münchner Maler Peter Fischerbauer ebenso fasziniert und inspiriert wie die Musik von Schönberg oder Mozart . Jetzt zeigt die Produzentengalerie in Burgkunstadt für Gegenwartskunst Werke des 1966 geborenen Künstlers, die in die literarische Welt von Franz Kafka und Jean Paul sowie von Uwe Tellkamp oder Lutz Seiler eindringen und diese ins Bild setzen.

Eröffnung am heutigen Samstag

Während der Ausstellung „Die 19te“ in Burgkunstadt (Kuni-Tremel-Eggert-Straße 3), die bis 22. Mai samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist, werden auch Skulpturen von Eva Mandok (Nürnberg/Fürth) sowie des Bamberger Künstlers Denis Delauney gezeigt. Die Vernissage ist am heutigen Samstag um 18 Uhr. Die Einführungsrede wird der Bamberger Kunsthistoriker Dr. Matthias Liebel halten; die musikalische Umrahmung bietet die Lichtenfelserin Susi Schliefer auf der Querflöte.

Zu den Wurzeln

Peter Fischerbauer wurde 1966 in München geboren und studierte dort an der Akademie der Bildenden Künste. Auf der Suche nach seinen sudetendeutschen Wurzeln stellte er mehrmals in Tschechien aus und baute sich im Böhmerwald einen alten Stadel zum Atelier aus. Heute pendelt er zwischen der weiß-blauen Landeshauptstadt und Horice na Sumave/Höritz im Böhmerwald (CZ).

In der Produzentengalerie zeigt der Künstler Mittelformate auf Nessel jeweils drei Malereien zu Romanen Franz Kafkas („Das Schloss“), Jean Pauls („Siebenkäs“), Lutz Seilers („Kruso“) und Tellkamps („Der Turm“). Außerdem diverse kleinere Formate auf Nessel und gerahmte Malereien auf Papier.

Interpretation

Peter Fischerbauer zu seinen Arbeiten: „Die Malereien nach Uwe Tellkamps Roman ,Der Turm’ und Lutz Seilers Roman ,Kruso’ bilden als zentrifugale und entgegengesetzte Positionen ein Doppel im Wettbewerb um den Wenderoman. Die Malereien zu Franz Kafkas Roman ,Das Schloss’ und Jean Pauls Roman ,Siebenkäs’ überlegen sich, ob der Romanheld K. in Kafkas ,Das Schloss’ ein Nachfahre des Siebenkäs ist.“

Farbenfeuerwerk

Fischerbauers Gedanken und Interpretationen entladen sich in einem explosiven Farbenfeuerwerk, das den Betrachter unwillkürlich auf eine literarische Bilderreise mitnimmt.

Faszinierend ist auch die Welt, in der sich die aus Nürnberg/Feucht stammende Bildhauerin und Malerin Eva Maria Mandok mit ihren plastischen Arbeiten bewegt. Dabei bleibt sie im klassisch-figürlichen Bereich, indem sie mit einer von ihr entwickelten Technik Figuren aus Zeitungspapier modelliert und schnitzt. Oft haben Figur und Material einen thematischen Bezug.

Sehr aufwendig

Eva Maria Mandok: „Da der Arbeitsprozess sehr aufwendig ist, ist es für mich schwer, der kurzlebigen Zeit mit Aktualität hinterherzukommen.“ Dennoch gelingt es ihr, mit ihren Werken aus Altpapier Zeitdokumente zu schaffen.

Der aus der Normandie (Frankreich) stammende Künstler Denis Delauney lebt in Bamberg. Bei seinem Schaffen bewegt er sich in den Kunstgattungen Skulptur (Beton und Porzellan), Fotografie und Malerei. Seit kurzem hat er sich der Fertigung von Keramiken verschrieben, die er als „Molecular Pottery“ bezeichnet.

Am Ende einer langen Serie

Seine Arbeiten „Asymmetrie in der Symmetrie“ sind das Werk am Ende einer Serie, die von Anfang an ein Spiel mit dem Zufall so weit betreibt, bis ein mögliches Gleichgewicht stehen bleibt. Dabei handelt es sich um rundum zu betrachtende Stücke, die sich sowohl zwei- als auch dreidimensional entfalten. Die Werke seiner „Molecular Pottery“ entstehen aus dem Mut, verschiedene Elemente mit und im Raum wachsen zu lassen.